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Thesen zu «Wahrheit in Politik und Medien»

4 Thesen zum ChristNetForum «Alles Fake?» vom 11. November 2017 in Biel. Sie dienen als Diskussionsgrundlage und werden in den nächsten Wochen regelmässig angepasst. Über die Kommentarfunktion unten kannst Du Dich an der Diskussion beteiligen.

1. Wahrheit ist wahre Liebe

Wahr sein, heisst aufrichtig und zuverlässig sein. Das ist eine Grundvoraussetzung für echte Beziehung. Wenn wir annehmen, dass die Anderen sowieso lügen, ist keine Beziehung mehr möglich, sondern nur noch Rückzug, Desillusionierung und Einzelkämpfertum. In der Schweiz dominiert die Angst vor dem Egoismus der Anderen (GfS-Angstbarometer), d.h. wir misstrauen unseren Nächsten. Dies treibt uns dazu, uns vor den Anderen zu verschliessen und uns selber egoistisch zu verhalten, auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene.

Wahrheit ist also entscheidend für die Beziehungen, persönlich und gesellschaftlich! Dazu schreibt Paulus: «[Die Liebe] freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit» (1. Kor. 13,6).

2. Wahrheit heisst zuhören, kritisch

Wahrheitsfindung ist nicht nur Einzel- sondern auch Teamarbeit und geschieht im Austausch mit anderen und in der Konfrontation mit anderen Gesichtspunkten. Die sozialen Medien und die Informationstechnologie haben zu einer nie dagewesenen Informationsflut geführt. Obwohl die Quellenvielfalt zugenommen hat, führt die grosse Menge dazu, dass wir uns immer weniger kritisch mit der Information auseinandersetzen. Wir nehmen vielmehr daraus, was uns gefällt.

Eigentlich sollten wir aber gerade Informationen, die unser Weltbild bestätigen, auf ihre Richtigkeit prüfen. Auch in der christlichen Informationsflut. Um es mit Paulus sagen: «Prüft aber alles und das Gute behaltet» (1. Thess. 5,21).

3. Wahrheit stört

Es braucht Überwindung, um sich auf die Wahrheit einzulassen, weil sie gewohnte Denkmuster und Ideologien umstossen kann. Das fällt uns Menschen nicht leicht. Gerne glauben wir das, was unseren Überzeugungen entspricht. Die Online-Werbung und die sozialen Medien tragen dazu bei, dass wir uns vermehrt in «sozialen Blasen» bewegen, in denen überraschende, kontroverse Meinungen ausgeblendet sind. Das trifft auch für die zahlreichen «christlichen» Blasen zu. Hier braucht es Menschen, die bereit sind, sich stören zu lassen, aber auch andere mit unserer Erkenntnis zu stören.

Sich stören zu lassen, bedingt die Demut anzuerkennen, dass unser Wissen und unsere Erkenntnis stückhaft ist (1. Kor. 13,9). Jesus ermutigt uns an vielen Stellen, «umzukehren», und Paulus fordert uns auf, unser ganzes Denken verändern zu lassen (Römer 12,2).

4. Christen sollten Wahrheitsspezialisten sein

Die Christen sind für die Wahrheit ideal positioniert: Sie sollten besonders gut ausgerüstet sein, um Wahrheit zu fördern und zu fordern. Sie kennen die bedingungslose Liebe Gottes (These 1), sie leben Gemeinschaft (These 2) und sie leben Bekehrung (These 3).

Paulus ruft uns auf: «Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit» (Eph. 5,8).

5. Darum, Christen, tut etwas Mutiges!

Als Christen wollen wir diese Stellung der «Wahrheitsspezialisten» wahrnehmen. Wir wollen lernen, die Welt wahrhaftig zu lieben, unsere Blase zu verlassen, Andersdenkenden zuzuhören, uns in unserem Weltbild stören zu lassen und auch andere zu stören.

Angesprochen? Deine Meinung zu diesen Thesen interessiert uns.

Du kannst unten via Kommentarfunktion mitdiskutieren oder uns schreiben: info@christnet.ch.

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