28.11.15 war Chouf-Nüt-Tag

REMO WIEGAND

Entschleunigung im Schweigekreis

«Was machen denn die da?» Die Blicke der Passanten und Passantinnen am 28. November auf dem Casinoplatz in Bern sprachen Bände. Rund ein Dutzend Personen standen da vor ihren Augen im Kreis und taten – nichts. Und sagten: nichts. In der Mitte standen Einkaufstüten mit Sprüchen wie: «Nichts kaufen – leben» oder «Stell Dir vor, es ist Shopping und keiner geht hin».

Zum ersten Mal beging ChristNet den Chouf-Nüt-Tag mit einem halbstündigen Schweigekreis. Er stand symbolisch für den Wunsch nach Entschleunigung, nach Mitmenschlichkeit und nach Einkehr, die ChristNet als Alternativen zum Konsumrausch unter die Leute bringen möchte – insbesondere im Advent.

Die Aktion fiel auf und kam gut an. Nicht bei der grossen Masse, die in Siebenmeilenstiefeln an der verstörenden Gruppe vorbeistampfte oder in Trams und Bussen daran vorbeifuhr, aber bei jenen Menschen, die sich gerne verwundern oder kurz aus dem Trott bringen liessen. Sie (die Verwunderten) nutzten vielfach auch die Gelegenheit, sich nebenan am Stand der Berner Regionalgruppe der Erklärung von Bern über fairere Einkaufsmöglichkeiten zu informieren oder die Konzernverantwortungs-Initiative (KoVi) zu unterzeichnen.

Chouf-nüt-Tag in den Medien

Bilder


Ich kaufe, also bin ich (© martinbichsel.ch).


Is shopping human? (© martinbichsel.ch)


Is shopping human? (© martinbichsel.ch)


Konsum ≠ Friede, Freude, Sinn (© martinbichsel.ch).