2b. Oikokredit: Ein Instrument zur Armutsbekämpfung

Referat aus Anlass des ChristNet/StopArmutForums ?Fair Teilen: Auch wir Christen?? vom 21. April 2007 in Bern (s. PowerPoint-Präsentation am Ende des Dokuments).

www.oikocredit.org

Oikocredit: Haus, Kredit, Credo

Oikokredit nimmt seinen Namen einerseits vom griechischen Wort oikos, was Haus bedeutet und als Wortstamm für Wörter verwendet wird, wie Ökonomie, Ökologie (Schöpfungs-Bewahrung), Ökumene (weltweite Verbundenheit der Christinnen und Christen).

Andererseits von der doppelten Bedeutung von ?Kred?-: Der Kredit ist ein Instrument der Entwicklungsarbeit, indem wir Darlehen vergeben und Kredit aufnehmen statt Spenden zu verteilen. Wir geben Kredit, und Menschen geben uns auch wieder Kredit, indem sie Geld bei uns anlegen und wir damit arbeiten. Wenn sie das Geld zurückwollen, geben wir es auch wieder zurück.

Ausserdem haben wir ein Credo: Wir glauben an Menschen, an die andere Banken nicht glauben. Wir möchten Menschen im übertragenen Sinn Kredit geben und in hochkorrupten wirtschaftlich darniederliegenden Gebieten  ?Vertrauen haben?, um Kredite zu geben, Jobs zu kreieren, Fairtrade-Organisationen aufzubauen usw.

Seit 30 Jahren (Slide 1+2)

Oikokredit ist seit 30 Jahren tätig. Er wurde von Einzelpersonen gegründet, die damit eine Idee des ökumenischen Rates der Kirchen aufnahmen: Förderkreise, Einzelpersonen und aktive Gruppen trieben zusammen das Geld auf, um damit Investitionen zu tätigen.

Unsere Werte (Slide 3)

Die wichtigsten Werte von Oikokredit sind das Vertrauen in die Menschen, das Teilen, der ökumenische Geist, die Basisorientierung, die Glaubwürdigkeit und die Schöpfung.

Oikokredit ist eine weltweite Organisation. Drei Viertel unserer Mitarbeitenden sind im Süden oder im Osten tätig. Das ist ein massiver Unterschied zu den meisten Entwicklungshilfsorganisationen, und besonders auch zu den meisten Mikrokredit- und Bankenfonds. Wir arbeiten vor Ort: Das ist das Hauptgeheimnis unseres Erfolges. Unser lokales Personal vor Ort kennt die lokalen Tricks und durchschaut, worauf es ankommt. Darum haben wir wenige Verluste.

 

Unsere geographische Verbreitung (Slide 4+5)

Der geographische Schwerpunkt unserer Kredite liegt in Zentral- und Südamerika, Asien und Afrika, ebenso in Mittel- und Osteuropa. In Westeuropa und Amerika geben wir Fairtrade-Organisationen Darlehen, die hier ihren Sitz haben.

 

Unsere Kriterien (Slide 6)

Wir unterstützen keine Einzelpersonen, sondern immer Genossenschaften, Firmen und Unternehmen, die breit abgestützt sind. Dabei wenden wir diverse Kriterien zur Vergabe von Darlehen an. Unter den Geschäftspartnern finden sich viele Mikrofinanzinstitutionen. Wir geben aber auch Geld direkt an Genossenschaften.

Wir finanzieren in der Regel Organisationen, die sehr viele Einzelkunden haben und oft kleine Kredite vergeben. So soll eine Entwicklung auf breiterer Ebene geschehen. Nicht einzelne Leute sollen bereichert werden, sondern ganze Regionen und benachteiligte Gebiete sollen sich entwickeln. Dazu gehört, dass wir uns in Schwerpunktländern engagieren, in denen wir mehrere Projekte fördern, die sich gegenseitig unterstützen. Dabei geben wir das Geld an Menschen, die bei normalen Banken keine Chance haben, weil sie eine Genossenschaft sind, weil sie arm sind und weil man ihnen aus wirtschaftlichen Gründen sowieso nichts zutraut.

 

Unsere Partnerorganisationen (Slide 7-10)

Zwei Drittel unserer Darlehen gehen an Finanzdienstleister und Mikrofinanz-Organisastionen. Wir sind mit dem fairen Handel vielfältig verknüpft und sind selber Teil davon. Wir pflegen ja den fairen Umgang mit Geld: Wir beanspruchen nur 2% Dividende und sind am Risiko beteiligt. Dafür ist der ideelle Gewinn (hoffentlich) hoch. Aber im Grunde geht es immer wieder darum, Risiko zu teilen.

Unsere Partner umfassen Fairtrade-Projekte verschiedenster Art. Wir haben bei der Gründung der Stiftung Max Havelaar mitgeholfen. Wir unterstützten eine holländische Modemarke, die in Indien und Peru nach Fairtrade-Prinzipien moderne Modelinien produziert (Kuyichi). Wir arbeiten auch mit Gebana zusammen, das aus der Initiative der Bananenfrauen entstanden ist und vor allem den Vertrieb von Soja-Produkten von brasilianischen Kleinbauern organisiert.

 

Ein Instrument zur Armutsbekämpfung

Oikocredit ist ein Instrument zur Armutsbekämpfung. Wer Menschen hilft, sich selbst zu helfen, verhilft ihnen zu Gerechtigkeit und Würde. Das tun wir auf Augenhöhe mit den Menschen. Es ist ein Geschäft, bei dem zusammen gearbeitet wird.

Redner: Karl Johannes Rechsteiner, www.oikocredit.org

Transkription: Werner Ninck, Samuel Ninck

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