Erbschaftssteuer: Noch kein Jubeljahr

Genf, 15. Juni 2015 – Die christliche Denkfabrik ChristNet bedauert die Ablehnung der nationalen Erbschaftssteuer. Zugleich freut sie sich über die rege Debatte, die die biblische Argumentation von ChristNet ausgelöst hat. Sie lädt die Gegner der Initiative ein, nun gemeinsam über eine Übersetzung des biblischen Jubeljahrs in die heutige Politik nachzudenken.

71 Prozent und alle Kantone haben die Erbschaftssteuer-Initiative abgelehnt. Die Argumente von ChristNet und den anderen Befürwortern einer gerechten Besteuerung von Erb-Geschenken fanden im Angesicht einer wuchtigen Gegenkampagne nicht das nötige Gehör. Die reichsten 2 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben es mit enormem Geldeinsatz geschafft, den anderen 98 Prozent den Eindruck zu vermitteln, dass sie den Preis für die nationale Erbschaftssteuer zu zahlen hätten. Fazit: Verlustängste sind ansteckend. Neue Steuern und der Staat sind die Sündenböcke einer Selbstbehauptungs-Ideologie. Wir danken all jenen, die mutig gegen den Strom schwammen und sich für die Erbschaftssteuer einsetzten. Besonders erfreut waren wir über den Einsatz einzelner Unternehmer wie Markus Wenger und Paul Oertli, sowie vermögender Mitbürger wie Hansjörg Wyss und die Gebrüder Meili.

Bibel und Politik

ChristNet hat mit einer biblischen Argumentation auch für weitergehenden Diskussionsstoff gesorgt: Darf man mit der Bibel Politik machen? Darf das Jubeljahr (3. Mose 25,8-31) für die Begründung der Erbschaftssteuer herangezogen werden? Wir freuen uns über die Debatte, die dadurch entstanden ist, insbesondere in der Zeitschrift «Idea Spektrum», auf dem Portal «Livenet» und im Radio «Lifechannel». ChristNet ist überzeugt, dass viele biblische Impulse nicht nur für Individuen, sondern für Gemeinschaften formuliert sind. Für Gemeinschaften wie dem schweizerischen Bundesstaat, dessen Verfassung postuliert, «dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen». Zugleich sind wir uns bewusst, dass die Übersetzung biblischer Vorgaben ins Hier und Jetzt geduldiger Suche und grosser Sorgfalt bedarf.

Sklaven befreien

ChristNet ist weiterhin überzeugt: Der Jubeljahr-Gedanke im Alten Testament spricht eine wichtige Botschaft in die heutige Zeit hinein. Mit Freude blicken wir nach Deutschland, wo vor diesem Hintergrund eine starke Bewegung entsteht, die auf eine Entschuldung der ärmsten Länder hinarbeitet. Wie könnte das Jubeljahr sonst noch verstanden werden? Wer sind die Sklaven unserer Zeit, die wie in der Bibel Befreiung brauchen? Wer braucht den Schuldenerlass? Wann setzen wir ein Jubeljahr an, in dem Menschen aufstehen und sich von ihrer Schuld befreien? Wir laden alle Christen und Christinnen und alle Menschen guten Willens ein, mit uns ins Gespräch zu kommen, wie und wann ein Jubeljahr umgesetzt werden könnte. Zum Wohle von uns Allen und zur Ehre Gottes.

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