fasten2010 – 4. Woche (14.-21. März 2010)

Umwelt – «Die ganze Schöpfung seufzt»

1. Lesung

Josua 5,10-12: Ankunft im verheissenen Land. Ende des Manna

«Und als die Israeliten in Gilgal das Lager aufgeschlagen hatten, hielten sie Passa am vierzehnten Tage des Monats am Abend im Jordantal von Jericho […]

An eben diesem Tage hörte das Manna auf, weil sie jetzt vom Getreide des Landes assen, sodass Israel vom nächsten Tag an kein Manna mehr hatte. Sie assen schon von der Ernte des Landes Kanaan in diesem Jahr.»

Römer 8,19-22 : Die Schöpfung seufzt

«Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet.»

Weitere Lesungen:

·        Schmecket und sehet wie lieblich der Herr ist: Psalm 33,2-7

·        Neue Kreatur, mit Gott versöhnt: 2. Korinther 5,17-21

·        Gleichnis vom Vater und den zwei Söhnen: Lukas 15,1-3.11-32

2. Betrachtung

Nach vierzig Jahren in der Wüste lässt es Gott zu, dass sich die Israeliten im verheissenen Land nieder lassen. Während ihrer Wüstenreise mussten sie von einem Tag auf den anderen darauf vertrauen, dass der Herr ihre Bedürfnisse stillt, ohne Reserven anlegen zu können.

In krassem Gegensatz dazu drängt uns unsere Gesellschaft, immer mehr materielle Güter anzuhäufen, die uns eine Scheinsicherheit verleihen. Diese Einstellung zerstört nach und nach unsere natürliche Umwelt. Wenn alle Menschen weltweit so leben würden wie wir Schweizer, dann bräuchte es 5 ganze Erdbälle, um alle Bedürfnisse zu decken.

Auch Paulus erinnert uns daran, dass sich unsere sündhafte Haltung direkt an der Schöpfung rächt (Rö 8,19-22). Er fordert uns an zahlreichen Stellen auf, nicht mehr dem Vorbild der Welt zu folgen (Ep 4,22-24). Wenn wir unser Verhalten ändern und aus Achtung vor der Erde intelligenter und weniger konsumieren, so können wir damit auch unseren Nächsten konkret lieben, indem wir unseren Überfluss mit ihm teilen (2. Kor. 8,13-15).

Gott hat uns zu Haushaltern über die Schöpfung eingesetzt (1. Mo 2,15). Das bringt für uns eine grosse Verantwortung mit sich. Doch ist der Weg zu einem besseren Umgang mit der Erde steinig. Ein Lösungsansatz besteht darin, unser ganzes Vertrauen auf Gott zu setzen und uns daran zu erinnern, dass er das Volk Israel während den vierzig Wüstenjahren immer bewahrt hat. Der Josua-Text gibt uns dabei Hoffnung, dass das verheissene Land nicht mehr weit ist.

3. Gebet

Sonnengesang (Franz von Assisi)

Auszüge (Volltext hier)

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,

zumal dem Herrn Bruder Sonne;

er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.

[…]

Gelobt seist du, mein Herr,

durch Schwester Wasser,

gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

[…]

Gelobt seist du, mein Herr,

durch unsere Schwester, Mutter Erde,

die uns ernähret und lenkt

und vielfältige Früchte hervorbringt

und bunte Blumen und Kräuter.

[…]

Gelobt seist du, mein Herr, durch jene,

die verzeihen um deiner Liebe willen

und Krankheit ertragen und Drangsal.

Selig jene, die solches ertragen in Frieden,

denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.

[…]

Lobt und preist meinen Herrn

und sagt ihm Dank

und dient ihm mit grosser Demut.

4. Fragen

Alles, was wir haben, kommt von Gott. Er vertraut uns, dass wir Seine Gabe gut behandeln (1. Mo 2,15; 9,3) und nutzen (1. Pe 4,10).

·        Was hat Gott dir gegeben? Wie nutzt du es?

·        Wo und wie kannst du zur Schöpfung konkret Sorge tragen?

5. Engagement

Wir empfehlen, mit je einem Verzicht und einer Verpflichtung aus der unten stehenden Auswahl zu beginnen.

Ich verzichte auf…

·        Reisen mit dem Flugzeug.

Ich verpflichte mich…

·        weniger Auto und mehr mit dem öffentlichen Verkehr zu fahren bzw. zu Fuss zu gehen;

·        eine Organisation zu unterstützen, die ein armes Land im Umweltbereich fördert (Aufforstung, Bau von Solaröfen usw.)

6. Zum Weitergehen

·        Nahrungsmittel: Lokal und saisongerecht einkaufen; Vertragslandwirtschaft, Gemüseabo, z. B.:
Bern: www.soliterre.ch
Dällikon ZH: www.bruederhof.ch
Freiburg: www.bio-fr.ch/panier_bio/u_biokorb.htm
Therwil BL: www.birsmattehof.ch
Winterthur ZH: www.stadtlandnetz.ch

·        Transport: CO2-Emissionen mit ökologischen Projekten kompensieren (Aufforstung, Energieeffizienz usw.), z. B.:
www.myclimate.ch, www.climatestewards.net, www.gruenerfisch.ch
Das Auto weggeben, dafür Carsharing wagen, z. B.: www.mobility.ch

·        Wohnen:
Beim Umbau Minergie-Standard wählen: www.minergie.ch
Sonnenkollektoren installieren, Energie sparende Geräte kaufen, Computer ausschalten usw.: www.topten.ch
Weniger heizen, Licht löschen usw.

·        Konsum: Reparieren statt wegwerfen, weggeben, ausleihen, Brockenstuben, Tauschbörsen: www.brocki.ch, Rotkreuz-Lädeli, www.betteruse.org, Tauschbörse UNIBE, Laptop-Tauschbörse ETH

Weitere Infos

An folgenden Adressen findest du weitere Infos zum Thema Umwelt und Glaube:

·        ChristNet: Zahlreiche Texte zu Glaube und Umwelt
www.christnet.ch/Home.aspx?topmenu=Environment&lang=de

·        A Rocha: Christliche Umweltschutzorganisation:
Schweiz: www.arocha.org/ch-fr (französisch)
International: www.arocha.org (englisch)

·        Oeku – Kirche und Umwelt: zahlreiche Publikationen zu Umweltfragen für den Gebrauch in den Kirchen
www.oeku.ch

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