G8 ? Gegen die globalisierte Gewalt

Warum wir nach Genf kommen

Der G8-Gipfel zieht neben den 8 mächtigsten Politikern der Welt viele mehr oder minder friedliche Demonstranten an. Sie werden Globalisierungsgegner genannt, zutreffender wäre aber Globalisierungskritiker, denn die Globalisierung selber ist nicht aufzuhalten. Entscheidend sind aber die Regeln der Globalisierung.

Wer bestimmt? Die Macht des Geldes, der grossen Konzerne, der reichen Länder? Oder die Menschen, die betroffen sind, nach demokratischen Regeln?

In der Welthandelsorganisation (WTO) werden im Moment Weltwirtschaftsregeln ausgehandelt, wo die demokratisch gewählten Regierungen und die Bevölkerungen zu weiten Bereichen wie Gesundheitswesen, Schulen, Eisenbahn und Grundversorgung wie Wasser, Strom und so weiter nichts mehr zu sagen haben.

Mit dem Argument, dass der Wettbewerb nicht behindert werden darf, muss die öffentliche Versorgung den internationalen Konzernen geöffnet werden und wir dürften nicht einmal mehr Regeln aufstellen, welche Mindestleistungen sie zu erbringen hätten oder welche Preise sie höchstens verlangen dürften.

Wir sind also alle betroffen von dem, was in Evian zwischen den Mächtigen dieser Welt besprochen wird.

AUCH SIE SIND BETROFFEN!

(Seiten 2 und 3)

G8 ? Gegen die globalisierte Gewalt
Warum gegen den G8?

Seit 1975 spielt der G8 eine zentrale Rolle bei der Entscheidungsfindung des IWF, der Weltbank und der WTO. Dabei wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ohne jegliche Transparenz verhandelt.

Die dabei getroffenen Entscheide sind sogenannte ?Gentlemen's Agreements?, d.h. persönliche Verpflichtungen der Staatschefs ohne jegliche parlamentarische Kontrolle.

Dabei werden vor allem die Interessen der multinationalen Unternehmungen und der durch die 8 vertretenen Industriestaaten berücksichtigt.

Die Forderungen des G8 sind oft ideologisch und gehen in Richtung Liberalisierung und Privatisierung. Dadurch wird das Recht des Stärkeren und die Geldlogik immer stärker verankert und universell gemacht.

Wir sind davon überzeugt, dass eine Gesellschaft, die auf der Unterdrückung der Schwächsten und der Ärmsten beruht, der Bestimmung des Menschen nicht gerecht wird. Darum setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, deren Werte auf Solidarität, Miteinander und Gerechtigkeit beruhen.

Was wir ändern wollen
Allmacht der Wirtschaft
Die Logik des Geldes macht uns kaputt! Die ewige Dynamik von Konkurrenz, Wachstum und Effizienz erschöpft die natürlichen Rohstoffe, zerstört die Umwelt, macht den Menschen zum Wolf für den Menschen und drängt immer mehr Menschen und ganze Völker an den Rand.

· Für eine demokratische Kontrolle der Finanzmärkte und der Multis!

Demokratie und Transparenz
· Stop der Verhandlungen im G8 und in der WTO über die Totalliberalisierung und Privatisierung des Service Public: Wir haben unseren Regierungen kein Mandat dazu gegeben!

· Mehr Mitsprache für die Entwicklungsländer am G8 und in der WTO, die heute kein Geld haben, sich genügend mit den Themen auseinander zu setzen.

· Demokratisierung des IWF und der Weltbank, die im Moment alleine von den Industrieländern beherrscht werden.

· Öffentliche Diskussion und demokratische Mitsprache der Bevölkerung zur Politik des G8, des IWF, der Weltbank und der WTO.

Terrorismus und Krieg im Irak
Die tieferen Gründe für Fundamentalismus und Terrorismus liegen oft in den ungerechten Verhältnissen zwischen Nord und Süd und in der Ohnmacht der Menschen angesichts imperialistischer Tendenzen des Westens.

Die Bombardierung ganzer Völker mit dem Vorwand, gegen den Terrorismus zu kämpfen, nähren diese Gefühle und können Gruppierungen von Fundamentalisten und Terroristen künftig sogar Aufwind geben.

· Zuerst muss die Ungerechtigkeit benannt und bekämpft werden!

Trotz des ?Endes der Kämpfe?, das von den USA und Grossbritannien erklärt wurde, sind diese Länder auch weiterhin völkerrechtlich in einen illegalen Angriffskrieg verwickelt. Darum fordern wir, dass

· jegliche Verhandlung mit den USA und Grossbritannien, die sich nicht mit dem Krieg im Irak befasst, aufgegeben wird;

· der Wiederaufbau im Irak unter der Oberaufsicht der UNO erfolgt, damit er demokratisch und vom irakischen Volk bestimmt verläuft und nicht wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen der Grossmächte dient.

Politik des G8, FMI, der Weltbank und der WTO
· Ende der Austeritätspolitik des IWF, der ganze Völker in die Not treibt.

· Stop der Wasserprivatisierung: in Entwicklungsländern wird auf Druck und Zwang des IWF und der Weltbank in vielen Ländern die Wasserversorgung privatisiert. Inzwischen sind Millionen von Armen von der Wasserversorgung ausgeschlossen, weil die privatien Konzerne die Preise für das Wasser in unbezahlbare Höhen getrieben haben! Täglich sterben Tausende von Kindern, weil sie an Krankheiten sterben, die die Ursache in unsauberem Wasser haben.

Glossar
IWF ? Internationaler Währungsfonds

WTO - Welthandelsorganisation

G8 ? Gruppe der 7 mächtigsten Staaten (USA, GB, J, D, F, I, CAN) plus Russland

Garantierter Zugang auch der Ärmsten zu Wasser, Bildung und Gesundheit!

 

(Seite 4)

G8 ? Für eine friedliche Demonstration!
Nein zu jeglicher Gewalt!

Wir wollen auf friedlichem Wege Druck auf die Regierungen und Wirtschaftsführer machen, damit die Globalisierung für und nicht gegen die Menschen geschieht.

Darum verurteilen wir jegliche Gewalt, denn diese schadet nicht nur den davon betroffenen Menschen, sondern auch der Bewegung selber.

Wir finden es nicht sehr glaubwürdig, gegen den Krieg im Irak und die Gewalt eines Systems zu demonstrieren, das dem Gesetz des Stärkeren Vorschub leistet, und gleichzeitig zu zerstören, was Anderen gehört.

An der Demo selber werden wir versuchen, zur Gewaltfreiheit beizutragen, aber vielleicht lassen sich nicht alle Chaoten davon abbringen.

Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen Tag!

Wer wir sind
Wir sind eine Gruppe von ChristInnen und Nicht-ChristInnen mit der einen Idee, radikale Forderungen mit gewaltfreien Mitteln vorzubringen. Dabei werden wir von einer christlichen Organisation Namens ChristNet unterstützt.

Die Mehrheit unter uns handelt aus dem Glauben heraus, weil wir sehen, dass Jesus die Liebe zu den Menschen gepredigt hat, während in der aktuellen Form der Globalisierung die Schwächsten und Ärmsten unter die Räder kommen.

Für weitere Informationen können Sie die Website www.christnetonline.ch konsultieren.

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