Grüne Wirtschaft: Nur so viele Bäume schlagen wie nachwachsen

Forstarbeiten in Österreich

Bild: Forstarbeiten in Österreich (Queryzo, CC BY-SA 3.0).

ANDRÉ GALLI

Am 25. September 2016 stimmen wir über die Initiative «Grüne Wirtschaft» ab. André Galli ist Präsident der christlichen Umweltorganisation «Grüner Fisch» und ChristNet-Sympathisant. Hier seine Argumente für eine Annahme der Initiative.

Nachhaltig wirtschaften

Das Wort «nachhaltig» stammt aus der Forstwirtschaft. Es bezeichnete ursprünglich nichts anderes, als dass ein Waldbesitzer pro Jahr nicht mehr Bäume schlagen sollte, als nachwachsen. Dass dies erstrebenswert ist, leuchtet jedem ein, da der Waldbesitzer sonst über kurz oder lang kein Waldbesitzer mehr ist.

Die Initiative «Grüne Wirtschaft» möchte dieses einfache Prinzip auf die Schweizer Wirtschaft ausdehnen. Würde nämlich heute jeder Mensch so viele natürliche Ressourcen verbrauchen wie ein Durchschnittsschweizer, würde die Menschheit pro Jahr dreimal so viele Ressourcen verbrauchen wie verfügbar sind. Damit leben wir auf Kosten ärmerer Menschen und künftiger Generationen. Eine solche Wirtschaft ist nicht nur in einem ökologischen sondern auch in einem ökonomischen Sinn nicht nachhaltig, da sie sich auf die Dauer ihrer materiellen Grundlagen beraubt.

Nicht ohne Wald dastehen

Die Initiative «Grüne Wirtschaft» schreibt nicht den exakten Weg vor und macht keine spezifischen Verbote. Aber sie will das Ziel einer «nachhaltigen Wirtschaft bis 2050» in der Bundesverfassung verankern. Der Grüne Fisch unterstützt diese Initiative und empfiehlt ein Ja am 25. September.

Damit wir (oder unsere Nachfahren) nicht eines Tages als Waldbesitzer ohne Wald dastehen!

Warum wir Christen?

Weshalb ist die Erhaltung der natürlichen Ressourcen und die Bewahrung der Schöpfung für Christen relevant? Weshalb setzt sich der Grüne Fisch dafür ein?

Aus Liebe zu uns selber: Wenn wir mehr Ressourcen verbrauchen, als unser Planet aufbringt, gefährden wir unser eigenes Überleben.

Aus Liebe zum Mitmenschen: Wir sollten nicht so viele Ressourcen verbrauchen oder die Umwelt so belasten, dass andere Menschen jetzt oder in Zukunft durch unser Verhalten beeinträchtigt werden.

Aus Liebe zu Gott: Gott hat auch die nicht-menschliche Natur (Landschaften, Arten und Ökosysteme) geschaffen; damit hat sie einen Wert an sich. Wir sind berufen, sie zu pflegen und zu verwalten.

Weiterführendes

Dave Bookless, Und mittendrin leben wir – Gott, die Ökologie und Du. Fontis-Brunnen, Basel. 2015.
Das Buch kann hier bestellt werden.

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