Workshop 4 «Klimagerechtigkeit»

Wie viel Hoffnung?

Der Workshop Klimagerechtigkeit begann damit, dass sich die TeilnehmerInnen auf einer Linie aufstellten – ganz links wer viel Hoffnung hat, dass wir Menschen die Klimagerechtigkeitsfrage sinnvoll lösen werden, ganz rechts wer kaum Hoffnung hat. Die Spannbreite war sehr gross.

 

Grösste Bedrohung

Die zwei Referenten führten uns danach ins Thema ein. Gerhard Bärtschi, der die Abteilung Internationale Beziehungen bei mission21 leitet, begann mit einem Paukenschlag: Der UN-Bericht über die menschliche Entwicklung 07/08 sagt, dass der „Klimawandel die grösste Bedrohung für die menschliche Entwicklung im 21. Jahrhundert ist. Als erste und am meisten werden die ärmsten Menschen und die ärmsten Länder darunter leiden obwohl sie am wenigsten zum Problem beigetragen haben.“ In diesem Satz kommen mehrere Superlative vor:

  • Der Klimawandel ist die grösste Bedrohung

  • Die Ärmsten werden am meisten darunter leiden

  • Die Ärmsten haben am Wenigsten dazu beigetragen

In anschaulichen Beispielen wurde daraufhin gezeigt, wie diese abstrakte «Bedrohung» für die Ärmsten konkret aussehen wird:  Dürren, Probleme bei der Nahrungsmittelproduktion, Verschärfung der Wasserkrise, Malaria, Flüchtlingsströme, usw. Es wurde auch hervorgehoben, wie der Klimawandel das Leben der Frauen betreffen wird.

Wer wieviel?

Um eine Klimakatastrophe zu vermeiden, müssen die Menschen ihre CO2-Emissionen auf durchschnittlich 1,5 Tonnen pro Kopf senken. Welche Länder, welche Menschen müssen die dazu notwendigen Anstrengungen vornehmen? Gemäss dem vorgestellten Ansatz der «Greenhouse Development Rights»[1] (GDR) ist das Recht auf Entwicklung ins Zentrum zu stellen. Die Industrieländer haben heute und in der Vergangenheit bereits viel mehr CO2 emittiert als die Entwicklungsländer und auf diesem Weg ihren Wohlstand erreicht. Von ihnen ist deshalb zu erwarten, dass sie sich in besonderer Weise für Emissionsreduktionen engagieren – nicht nur in ihrem eigenen Land, sondern ihre Aufgabe ist es auch, den Klimaschutz in den Entwicklungsländern zu finanzieren (und zwar nicht aus dem Budget für die Entwicklungszusammenarbeit). Für die Entwicklungsländer hingegen ist es legitim, die Armutsbekämpfung vor Klimaschutzanstrengungen zu priorisieren.

Gemäss den GDR hat die Schweiz somit die Aufgabe, bis 2020 ihre Emissionen gegenüber 1990 um 130% zu senken (Die angepeilten Emissionsreduktionen können deshalb über 100% steigen, weil die Schweiz z.B. 40% der Reduktionen im Inland vornehmen kann und dann dazu nochmals 90% Reduktionen im Ausland finanzieren kann).

 

Was können wir tun?

Jean-Claude Huot, der Sekretär von Fastenopfer, zeigte danach auf, was wir im Alltag konkret bewirken können. Zum einen ist es zentral, dass wir die politischen Kräfte mittragen und ermutigen, die bereit sind, für effektiven Klimaschutz Kosten auf uns zu nehmen. Besonders im Hinblick auf die historische Konferenz von Kopenhagen im Dezember 2009 wurden verschiedene Initiativen vorgestellt.

Aber nicht nur politisch, sondern auch im persönlichen Leben können wir entscheidende Schritte tun. Jede und jeder von uns kann sich Zeit nehmen, einmal im Internet zu berechnen, wie stark man selbst zur Umweltbelastung beiträgt. Dazu wurden verschiedene sinnvolle Websites vorgestellt.[2] Das ist einfach und es führt zu konkreten Tipps, wie man Emissionen senken kann. Besonders hervorgehoben wurde auch die Möglichkeit, als Gemeinde zu berechnen, wie gut die ökologische Bilanz der eigenen Kirche ist.[3]

Gebet für Klimagerechtigkeit

Die Umwelt und vor allem auch die menschlichen Ungerechtigkeiten, die mit einer Umweltzerstörung einhergehen, sind wichtig für unseren Glauben. Die Teilnehmerinnen wurden aufgefordert, das Thema Klimagerechtigkeit auch im Gebet zu bewegen.

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