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Während der Hitzewellen in diesem Sommer stieg der Schmelzpunkt des Eises über den symbolträchtigen Mont Blanc (4’800 m). «Christen sollten sich an die Spitze der Bemühungen stellen, die CO2-Emissionen zu reduzieren, um diese gefährliche Erwärmung zu stoppen», sagt Umweltschützer Steve Tanner im Interview für das Webportal Evangelical Focus. Er ist als Vertreter von A Rocha Schweiz auch Teil der Arbeitsgemeinschaft Klima, Energie und Umwelt (AKU).

Eine der Schlagzeilen in Europa in diesem Sommer war die Schmelzgeschwindigkeit der grossen Gletscher in den Alpen.

Als die Hitzewellen im Juli und August Mitteleuropa erreichten, kletterte die Höhe, in der das Wasser gefriert, auf bis zu fünftausend Meter, d.h. höher als der Mont Blanc (4’808 m), der höchste Gipfel des Gebirgssystems im Herzen des Kontinents.

Eine soeben veröffentlichte Studie besagt, dass die Hälfte des Volumens der Schweizer Gletscher zwischen 1931 und 2016 verloren gegangen ist. Der Rhythmus hat sich erst in den letzten Jahren beschleunigt.

Evangelical Focus befragte einen Experten in der Schweiz zu den Folgen dieser Entwicklung für das alpine Ökosystem und seine Wasserreserven. Steve Tanner ist Vorsitzender von A Rocha Schweiz, einer christlich geprägten Naturschutzorganisation.

In diesem Sommer wurde die Höhe, in der das Wasser gefriert, auf über 5.000 Meter gemessen – im Vergleich zu den normalen Sommerwerten von 3’000-3’500 Metern. Warum ist das ein Problem?

Diese grosse Höhe, wo die Lufttemperatur bei null Grad liegt, bedeutet, dass Schnee oder Eis unterhalb dieser Höhe zum Schmelzen neigen. In den Alpen, wo der höchste Gipfel 4’800 m hoch ist und die meisten Gletscher zwischen 2’600 und 4’000 m liegen, bedeutet eine Null-Grad-Höhe von mehr als 5’000 m, dass das gesamte Schnee- und Eisvolumen während dieser intensiven Hitzeperioden dem Schmelzen ausgesetzt ist.

Wenn diese Schmelze nicht durch Niederschläge im Winter ausgeglichen werden kann, verschwinden die Gletscher langsam. Das ist eine grosse Bedrohung für sie und für das gesamte alpine Ökosystem.

Warum sind Gletscher wichtig für die Biosphäre der Alpen? Wie könnte sich ihr Verschwinden auf andere natürliche Elemente auswirken?

Gletscher sind sehr wichtig, weil sie als Temperaturregulatoren und Wasserlieferanten für die alpine Umwelt und alle Ökosysteme, die von alpinen Flüssen bewässert werden, fungieren. Ihre natürliche Sommerschmelze versorgt die Flüsse und Seen mit Frischwasser. Ohne sie würden viele an niedrige Temperaturen angepasste alpine Arten nicht überleben.

Fische, wie zum Beispiel Forellen, überleben dank des frischen Gletscherwassers. Diese natürliche Schmelze ist auch die Hauptwasserquelle für die Flüsse im Sommer.

Wenn die Gletscher verschwinden, werden die Flüsse in den Sommermonaten stark zurückgehen und einen Grossteil ihrer Lebewesen verlieren. Auch die Seen werden darunter leiden. Wir sollten nicht vergessen, dass in Europa die grössten Flüsse wie die Rhône, der Rhein, die Donau und der Po den Alpen entspringen.

Anomalie der Oberflächentemperatur in Europa, 2022 im Vergleich zu 1991-2020. Grafik: Copernicus, Europäische Union.

Beschleunigt der Klimawandel das Abschmelzen der Gletscher?

Die Alpen sind aufgrund lokaler Effekte anfälliger für die globale Klimaerwärmung als die durchschnittlichen Regionen. Während der vom Menschen verursachte globale Temperaturanstieg im Durchschnitt bei 1 Grad liegt, beträgt er in den Alpen 2 Grad.

Da die Schnee- und Eisgrenze mit jedem Grad Temperaturerhöhung um 100 m ansteigt, erhöht sich auch die Grenze für Gletscher. Seit dem Jahr 2000 haben die Alpengletscher 17% an Volumen verloren. Diese Schmelzrate ist vollständig auf die globale Erwärmung zurückzuführen.

Wie beeinflussen Ihr christlicher Glaube und Ihre Weltanschauung Ihre naturschützerische Einstellung zur Natur?

Bei der Erschaffung unserer Welt hat Gott physikalische und biologische Gesetze und Prinzipien aufgestellt, die wir durch Beobachtung und Vernunft entdecken können. Die Erweiterung unseres Verständnisses darüber, wie die Erde und insbesondere das Klima funktionieren, macht uns nicht unabhängig von Gott. Im Gegenteil, es hilft uns, seinen Auftrag an uns, für seine Schöpfung zu sorgen, besser zu verstehen.

Bevor wir die grundlegende Wirkung von CO2 auf das Erdklima kannten, ein Phänomen, das Gott von Anfang an in Gang gesetzt hat, konnten die Menschen ihre Auswirkungen auf das Klima nicht verstehen. Da Gott uns wissen liess, wie CO2 die Erdtemperatur reguliert, können wir nun verstehen, dass unsere übertriebenen CO2-Emissionen die Erde erwärmen. Dies stellt uns vor unsere Verantwortung und verlangt von uns, besonders wenn wir Christen sind, unsere CO2-Emissionen stark zu reduzieren, um diese gefährliche Erwärmung zu stoppen. Unser Glaube an Gott steht also im Mittelpunkt unseres Handelns für das Klima.

Der Artikel ist ursprünglich als Interview erschienen unter https://sea-aku.ch/news/das-alpine-oekosystem-ist-bedroht-seit-2000-haben-die-gletscher-17-ihres-volumens-verloren/

Der englische Originalartikel erschien hier: https://evangelicalfocus.com/europe/18306/alpine-ecosystem-at-risk-since-2000-the-alpine-glaciers-have-lost-17-in-volume

Titelbild: Der Aletschgletscher, der grösste Gletscher der Schweizer Alpen. Foto-falk, Wikimedia Commons, CC.

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Vor kurzem habe ich in Jesaja 3,14b.15 Folgendes gelesen: «Eure Häuser habt ihr vollgestopft mit dem, was ihr den Armen weggenommen habt. Mit welchem Recht unterdrückt ihr mein Volk und nutzt die Wehrlosen aus?» Diese Worte haben mich tief getroffen. Was haben sie uns heute zu sagen?

Seit Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie ich nachhaltiger konsumieren kann. Ich versuche, meinen Konsum so zu gestalten, dass er die Umwelt und andere Menschen möglichst wenig ausbeutet. In jüngster Zeit habe ich zusätzlich versucht, meinen Konsum grundsätzlich einzudämmen und minimalistischer zu leben. Das entspricht nicht einfach meinem Naturell, weil ich eigentlich lange Zeit sehr gerne eine grosse Auswahl an Dingen besessen habe.

Die Sache mit den Kleidern

Im Streben nach einem nachhaltigen Konsum habe ich auf den Konsum von Kleidung einen besonderen Fokus gelegt. Ich kaufe praktisch nur noch Second Hand oder sonst fair produzierte Kleider ein. Auch für unsere Kinder sind Second Hand Kleider der Standard. Vor einiger Zeit kam der Gedanke hinzu, dass wir eigentlich gar nicht alles besitzen, sondern vielmehr auch Kleider leihen könnten. Und so habe ich vor rund einem Jahr, zusammen mit einem Team, die Firma TEIL gegründet. Das ist ein Laden, in dem man Kleider nicht in erster Linie kauft, sondern leiht (Bild). Er funktioniert im Grunde wie eine Bibliothek. Wir wollen damit einen bewussteren und sorgfältigeren Konsum von Kleidern fördern.

Von allem zu viel

Wenn ich mich in unserer Wohnung umschaue, dann muss ich sagen: Sie ist «vollgestopft». Was davon habe ich ärmeren Menschen weggenommen? Sogar mit meinem bewussten Konsum gibt es in unserer Wohnung Dinge, die Kosten für die Umwelt und für andere Menschen verursacht haben. Vielleicht, weil ich unachtsam konsumiert habe, weil es keine Alternativen zu geben schien oder auch, weil ich als Schweizerin automatisch Teil eines ungerechten Wirtschaftssystems bin.

Mir ist bewusst, dass Jesaja diese Worte in einem völlig anderen Umfeld geschrieben hat. Und ich finde grundsätzlich, dass der grössere Zusammenhang beim Bibellesen eine sehr wichtige Rolle spielt. Aber diese Worte von Jesaja scheinen mir so zeitgemäss und vor allem für meinen und unser Umfeld bedeutsamer als je zuvor. Unser globaler Konsum zerstört nicht nur unseren Planeten, er geschieht meistens auch zu Lasten und auf Kosten von Menschen, die nichts oder nur ganz wenig haben.

Ausgenützte Textilarbeiterinnen

Die Textilindustrie ist dafür ein gutes Beispiel. Diese Industrie verursacht mehr CO2 als das Fliegen und die Schifffahrt zusammen. Die meiste Kleidung wird von Menschen hergestellt, die in ausbeuterischen Umständen arbeiten müssen. Menschenrechtsverletzungen sind in der Textilindustrie an der Tagesordnung. Der gesetzliche Mindestlohn reicht in den meisten Produktionsländern nicht aus, um den Textilarbeiterinnen und -arbeitern das Überleben zu sichern.

Erschreckend ist zusätzlich, dass nicht nur die Produktion, sondern auch das Wegwerfen von Kleidung in den letzten Jahren massiv zugenommen hat. Wir kaufen heute 400% mehr Kleidung als noch vor 20 Jahren und gleichzeitig werden in der Schweiz jährlich 6,3 kg Kleidung pro Person weggeworfen.

Vor unseren Augen passiert im wahrsten Sinne des Wortes Unterdrückung und Ausnützung von Wehrlosen – genau wie das auch Jesaja beschrieben hat. Wir haben auf der einen Seite die vollgestopften Häuser und Menschen, die mit Konsumieren nicht aufhören können. Auf der anderen Seite sind da Mütter, die ihre Kinder in ihrem Heimatdorf zurücklassen müssen, um in der Fabrik in der Stadt wenigstens ein bisschen Geld zu verdienen. Oder wir sehen, wie die Modeindustrie Gewässer verschmutzt, was zu Missbildungen und Krebs bei den Menschen an diesen Orten führen kann.

Eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit

Wie gesagt, nachhaltiges Konsumieren ist für mich ein zentrales Thema. Trotzdem war mir dieser Vers aus Jesaja ein neuer Ansporn hinzuschauen, dran zu bleiben und dafür einzustehen, dass wir beim Konsumieren ein neues System und ein Umdenken brauchen. Unser Konsum darf nicht länger auf Kosten von anderen Menschen und der Umwelt geschehen.

Gott spricht durch Jesaja jeden von uns ganz persönlich an. Aber ich entscheide, ob ich ihn zu mir sprechen lassen will. Ja, es geht darum, dass sich Systeme ändern. Aber es geht genauso darum, dass ich meinen Konsum immer wieder hinterfrage, reflektiere und wo nötig anpasse. Was würde Jesaja mir sagen, wenn er in mein Haus eintreten würde? Und was würde er wohl Ihnen sagen?

Quellen:

https://www.fashionrevolution.ch/fakten

https://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/das-weltklima-hat-ein-textil-problem-recycling-hilft-kaum-16565225.html

Film «The True Cost»

Dieser Beitrag ist erstmals im «Forum Integriertes Christsein» erschienen: https://www.insist-consulting.ch/forum-integriertes-christsein/21-9-3-konsum-vollgestopfte-haeuser.html

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Auf den ersten Blick sieht es so aus, wie wenn der Egoismus der Bevölkerung über die Verantwortlichkeit gegenüber den nächsten Generationen gewonnen hat. Wir stellen auch fest, dass die Ölindustrie mit einer Riesenkampagne genügend Ängste und Rechtfertigungen für den eigentlichen Unwillen gegen die Veränderung des Lebensstiles produziert hat, sodass es einfach wurde, das Gesetz mit «gutem Gewissen» abzulehnen.

Doch hat auch die massive Mobilisierung gegen die Pestizidinitiativen auf dem Land dem CO2-Gesetz geschadet. Und realistisch gesehen ist es üblicherweise sehr schwierig, Menschen zum Zahlen oder zur Veränderung zu bewegen, wenn sie die eigene Betroffenheit noch kaum spüren und 20 Jahre vorausdenken sollten. Ich gehe davon aus, dass bei Abstimmungen in anderen Ländern ein ähnliches Resultat herausgekommen wäre. Die Kehrseite der direkten Demokratie ist eben, dass mit genügend grossem Budget Populismus und Ängste stark befeuert werden können.

Gewisse Abstimmungkommentare in den Medien meinen, die grüne Welle sei damit gestoppt worden. Und gewisse Politiker meinen, das Abstimmungsresultat sei ein Zeichen, dass man «den Grünen» nicht mehr so entgegenkommen solle. Alles falsch: Der Klimawandel ist nicht gestoppt, das Klima erwärmt sich jedes Jahr mehr, der Problemdruck wird noch grösser und die Proteste werden weitergehen. Das Thema wird auf dem Tisch bleiben, dafür werden die Jungen sorgen. Die 18- bis 40-Jährigen haben mehrheitlich für das CO2-Gesetz gestimmt, und bei den in den nächsten Jahren neu Stimmberechtigten in den Agglomerationen brodelt’s. Massnahmen für das Klima werden also von Jahr zu Jahr in der Stimmbevölkerung populärer. Hätte vor 10 Jahren irgendjemand gedacht, dass die Massnahmen des CO2-Gesetzes an der Urne eine Chance hätten ? Deshalb dürfen wir gerade jetzt nicht resignieren, sondern müssen im Gegenteil noch mehr Menschen überzeugen. Es kann sein, dass die Gräben nun noch tiefer werden und ein Abwehrkampf des rechten Randes des politischen Spektrums gegen Veränderung entsteht, wie in den USA. Aber der gesellschaftliche Trend ist klar hin zu mehr Umweltschutz, auch bei uns.

Also, auf geht’s!

Photo by Marcin Jozwiak on Unsplash

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Es gibt kaum mehr seriöse Wissenschafter die daran zweifeln: Die Erde erwärmt sich immer mehr. Massive Klimaveränderungen und grosse Schäden müssen erwartet werden. Dies führt zu Hunger, Migrationsströmen und zahlreichen Toten. Wir können nicht mehr sagen, wir wüssten es nicht. Matthäus 25 erinnert uns daran, was Gott wichtig ist: Gutes tun und Schlechtes lassen. Und nicht Gutes lassen, obwohl es uns gesagt worden ist.

Wie wollen wir unseren Kindern in 20 Jahren erklären, warum wir gegen den Klimaschutz gestimmt haben? Werden sie uns glauben, wenn wir sagen, wir konnten es uns nicht leisten? Und was, wenn sie realisieren, dass wir eigentlich die Kosten auf sie, unsere Kinder, abgewälzt haben?

Dabei ist das Gesetz ja gerade so ausgestaltet, dass diejenigen, die nicht zur Erwärmung beitragen, nichts bezahlen müssen. Wir haben also gar die Wahl. Oder ist es letztendlich so, dass wir unsere schädliche Lebensweise einfach nicht ändern wollen?
Die Jugendlichen waren in der Coronakrise solidarisch mit den älteren, gefährdeten Menschen. Jetzt können wir sie nicht einfach im Regen stehen lassen, wenn es um ihre Zukunft geht!

Argumente

Die Erde erwärmt sich – der Anstieg der CO2-Konzentration ist der Hauptfaktor

Es gibt kaum mehr wissenschaftlich haltbare Gegenargumente. Nun sagt sogar die Internationale Energieagentur, die bisher aufs Öl gesetzt hat, dass eine radikale Umkehr nötig ist: Keine neuen Ölfelder mehr erschliessen, massive Investitionen in alternative Energien.

Gottes Schöpfung bewahren

Gott hat die Erde geschaffen und am Schluss gesagt, es sei gut so! Was würden wir sagen, wenn wir ein schönes Kunstwerk schaffen und jemand anderes es verunstaltet oder zerstört? Wir wären betrübt! Was tun wir mit Gottes Schöpfung, einem fantastischen Kunstwerk? Ehren wir den Schöpfer, wenn wir sein Werk mit Füssen treten?

Die Lebensgrundlagen der Nächsten bewahren

Das höchste Gebot ist die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten. Die Klimaerwärmung bringt aber Milliarden unserer Nächsten in schwere Bedrängnis: Wenn tiefliegende, fruchtbare Ebenen überschwemmt, Naturkatastrophen ganze Landstriche zerstören und noch mehr Gebiete zu Wüsten werden ist Leben für sie dort nicht mehr möglich. Deshalb ist Klimaschutz gelebte Nächstenliebe.

Die Schäden sind bereits gross, und sie werden riesig sein

Bereits heute gehen die Schäden durch die Klimaerwärmung in die Milliarden. Das Umweltbundesamt rechnet bereits heute mit jährlichen Schäden alleine in Europa von 20 Milliarden Euro. In Zukunft sind eine Verschiebung der Klimazonen, noch mehr Dürren, Hungersnöte und damit grosse Migrationsströme zu erwarten. Damit steigen die Kosten in Europa in dreissig Jahren auf jährlich über 100 Milliarden Euro. Weltweit werden also jährlich über eine Billion Euro Schäden zu gewärtigen sein. Wer kann das bezahlen?

Ist das CO2-Gesetz zu teuer? Können es uns nicht leisten?

Mit dem CO2-Gesetz bezahlt die durchschnittliche Familie pro Jahr tatsächlich kaum mehr als 100 Franken zusätzlich. Jeder kann seine Nettokosten hier genau berechnen: https://co2-rechner.jglp.ch/. Teuer wird das Gesetz tatsächlich nur für die grössten CO2-Prodzenten (von den Gegnern des Gesetzes werden leider nur deren Kosten als die normalen Kosten dargestellt…).
Die meisten können aber ihren Konsum von fossilen Brennstoffen zurückschrauben, wenn sie wollen: Flugreisen sind meist nicht zwingend, früher sind wir auch ohne Flugzeug in die Ferien gegangen. Und für viele wäre der Gebrauch des ÖV oder zumindest der Verzicht auf einen SUV zumutbar. Die meisten von uns haben also gar die Wahl, ob sie zahlen oder weniger verbrauchen wollen.

Anbetracht der riesigen Schäden durch die Klimaveränderungen ist es klar, dass wir bereit sein müssen, diese Schäden zu verhindern oder aber dafür aufzukommen.

Ungerecht?

Die weltweiten Kosten für die Klimaerwärmung gehen schon heute in die Billionen. Jeder, der CO2 produziert ist mitverantwortlich und muss deshalb auch für die Schäden aufkommen. Was ist ungerecht daran? Gibt es eine gerechtere Variante als dass die Verursacher auch die Schäden berappen?

Ineffizient? Aber was sonst?

Effizienter als Lenkungsabgaben sind nur Verbote. Aber die Kreise, die gegen das CO2-Gesetz sind, wenden sich üblicherweise stark gegen Verbote. Gegner verweisen auch darauf, dass man lieber auf den technischen Fortschritt setzen solle. Doch das haben wir ja auch schon jetzt, und beim aktuellen Tempo des Fortschritts erreichen wir die nötigen Ziele bei weitem nicht. Und der technische Fortschritt kommt nicht zufällig, sondern durch die Nachfrage nach energieeffizienteren Produkten. Und diese zusätzlich nötige Nachfrage wird über die Verteuerung der fossilen Brennstoffe erreicht. Einfach darauf zu warten heisst, den Kopf in den Sand zu stecken.

Freiwilligkeit – genügt nicht und ist auch rechtlich nicht haltbar

Bisher haben wir auf Freiwilligkeit gesetzt. Der Nachweis, dass dies nicht genügt ist längst erbracht: Der CO2-Ausstoss nimmt kaum ab, und ein guter Teil der Verbesserung ist der Verlagerung der Industrieproduktion ins Ausland geschuldet.
Wenn Vandalen ein Auto beschädigen, fänden wir es akzeptabel, wenn die Polizei den Täter einfach bittet, vielleicht etwas an den Schaden zu zahlen, falls er mag? Dies widerspricht jeglichem Rechtsverständnis. Die Abgeltung eines zugefügten Schadens darf nicht freiwillig sein. Warum sollen nur die einen zahlen resp. sich zurückhalten, und andere nicht.

Es nützt nichts, wenn die Schweiz alleine vorangeht

Doch, es nützt: Jede Tonne CO2, die eingespart wird, hilft! Würden wir dasselbe auch in anderen, persönlichen Bereichen sagen, z.B. Abfalltrennung, Umsteigen auf den ÖV, Wasserverbrauch, etc? Sollen wir uns nur noch egoistisch verhalten, weil der Beitrag jedes Einzelnen so klein ist? Nein, wir haben alle Mitverantwortung; Gott verlangt von uns, zu tun, was richtig ist, nicht nur dann, wenn andere auch tun!

Zudem bewegen sich andere Länder viel schneller als wir: Die USA unter Joe Biden ist inzwischen ambitionierter als die Schweiz, auch die EU strebt Klimaneutralität bis 2055 an, und Dutzende von Ländern haben bereits ein Verbot von Benzinmotoren in den nächsten 15 Jahren beschlossen.

Finanzielle Interessen der Ölindustrie als Haupttriebfeder der Gegenkampagne

Wie weltweit nachgewiesen ist die Ölindustrie eine der Hauptakteure der Klimaleugner-Bewegung. So finanziert sie auch in der Schweiz einen grossen Teil der Gegenkampagne, sichtbar unter www.klimagerecht.ch. Dahinter steckt Avenergy, die Vereinigung der Ölimporteure. Solche Partikularinteressen haben aber keinerlei Legitimation, die Bevölkerung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Damit werden riesige Schäden für die Allgemeinheit in Kauf genommen. Es ist also höchste Zeit für die Transparenzinitiative, die verlangt, dass die Finanzierung von Parteien und Abstimmungskampagnen offengelegt wird!

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Sich Zeit zu nehmen, um die ökologische und soziale Krise zu betrachten, in die wir hineingeraten sind, um auf unsere Gefühle und Emotionen angesichts dieser harten Realitäten zu hören und sie vor Gott zu bringen. Auf Ihn zu hören, Seinen Blick und Sein Wort auf das zu suchen, was wir erleben, und die Verwandlung zu begrüssen, die Er in uns und in dieser Welt bewirken möchte. Das ist der Prozess, den 200 Teilnehmer in etwa zwanzig Kleingruppen erlebten. Es war „Detox‘ la Terre“, ein ökumenisches Fasten, das vom 5. bis 20. März in der Westschweiz stattfand.

„In der Tat wartet die Schöpfung mit sehnsüchtigem Verlangen auf die Offenbarung der Söhne Gottes.“ (Römer 8:19)

Die ökologische Krise ist nicht mehr nur eine Zukunftsprognose, sondern wir beginnen sie jetzt zu spüren und immer mehr Menschen erleben sie. Überschwemmungen, Wirbelstürme, Mega-Waldbrände, Dürreperioden und Hitzewellen werden immer häufiger. Diese Ereignisse führen zu einer Verknappung des Süsswassers, untergraben die ohnehin schon anfällige Agrarwirtschaft und zerstören viele Häuser. Infolgedessen sind Millionen von Menschen gefährdet, aus ihren Häusern vertrieben zu werden. Die Artenvielfalt und die Ökosysteme bleiben nicht verschont, so dass wir jetzt von einem neuen Massensterben von Arten sprechen, wie es die Schöpfung seit Millionen von Jahren nicht mehr gesehen hat. All dies ist auf unser Handeln als Menschen und die Art und Weise, wie unsere Gesellschaften funktionieren, zurückzuführen.

Das Bedürfnis nach einer Auszeit
Diese Tatsachen sind so schwer und wirken sich so tief auf unsere Lebensweise aus, dass es wirklich schwierig ist, sich ihnen zu stellen, ohne sich erdrückt und machtlos zu fühlen. Trotz der zunehmenden Zahl von Warnmeldungen ziehen wir es die meiste Zeit vor, den Blick auf diese gewalttätige und komplexe Realität zu vermeiden. Deshalb ist unser tägliches Leben voll von anderen wichtigen Anliegen.
Welcher Raum bleibt uns für die Betrachtung dessen, was heute geschieht? Nehmen wir uns ein paar Sekunden Zeit, um unsere Augen zu öffnen. Stellen Sie sich vor: Sie müssen Ihr Zuhause mit Ihrer Familie verlassen, um anderswo Zuflucht zu suchen, wo Sie nicht sicher sind, ob Sie willkommen sind: Ist das nicht eine dramatische Situation? Wenn wir uns nicht ändern, werden bis 2050 zig Millionen Menschen neu in diese Situation geraten. Eine einzige Tier- oder Pflanzenart, die von Gott geschaffen wurde, verschwindet aufgrund menschlichen Handelns: ist das nicht eine Wunde, ein Vergehen gegen den Schöpfer des Lebens? Schon heute werden jedes Jahr Tausende von Arten durch menschliches Handeln ausgelöscht; mehr als das Hundertfache der normalen Zahl, und diese Zahl nimmt noch zu. Wir können an den reichen und vielfältigen Wald denken, der der Amazonas ist, der ebenfalls vom Aussterben in den kommenden Jahrzehnten bedroht ist. Und an die Generation unserer Kinder, die zweifellos versuchen werden, zu verstehen, wie wir wussten, ohne zu handeln…
Ein Prozess der tiefgreifenden Transformation
Welcher Raum bleibt uns, um diese harten Realitäten zu erleben, auf die Emotionen zu hören, die zu uns kommen, und all dies im Gebet zu Gott zu bringen? Welchen Raum haben wir, um auf Ihn zu hören und zu suchen, was Er angesichts seiner leidenden Schöpfung fühlt? Welchen Raum haben wir, um mit anderen ehrlich danach zu suchen, wie Gott uns führen möchte, damit unser Leben zu einem nachhaltigen und gerechten Leben beiträgt und nicht zu den gegenwärtigen Ungerechtigkeiten und Erniedrigungen?
Wir brauchen diesen Raum, und unser oft überlasteter Alltag gibt ihn uns nicht. Deshalb haben sich 200 Christen in der Westschweiz, die dieses Bedürfnis verspüren, eine Auszeit genommen, um durch ein Nahrungs- oder Konsumfasten gemeinsam einen Prozess der Verwandlung vor Gott zu leben.
Dies geschah im Rahmen von „Détox‘ la Terre – mobilisation œcuménique“, einer von jungen Christen in der Westschweiz initiierten Veranstaltung, die vom 5. bis 20. März 2021 stattfand. Die Teilnehmer folgten täglichen Meditationen in einem gemeinsamen Gebetsheft, erlebten 3 bis 5 Treffen in Kleingruppen und nahmen an 2 gemeinsamen Feiern teil. Der Prozess wurde von der EERV, der ECVD und der FREE sowie von verschiedenen christlichen Organisationen einschliesslich ChristNet unterstützt.
Das Fastengebetsheft, das eine tägliche Meditation über 2 Wochen enthält und diese Zeit der Abgeschiedenheit (wieder) erlebbar macht, ist hier erhältlich.
Die Website der Veranstaltung: detoxlaterre.ch
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Und die Erde brachte Grün hervor, alle Arten von Gras, die ihren Samen tragen, und alle Arten von Bäumen, die Früchte tragen, die ihren Samen tragen. Gott sah, dass es gut war. 1. Mose 1:12

Gottes Schöpfung ist vielfältig, facettenreich und fruchtbar. Als Imker ist es immer wieder ein Wunder zu sehen, wie schnell sich im Frühjahr ein Bienenvolk entwickelt, die Bienenkönigin kann bis zu 2.000 Eier pro Tag legen. Die Schöpfung ist so großzügig! Jesus zitiert ein Beispiel aus dem Gleichnis vom Sämann, der von einer Weizenähre spricht, die bis zu 100 Samen hervorbringen kann. Man braucht sich nur einen Erdhaufen neben einem im Bau befindlichen Haus anzuschauen, um zu sehen, wie die Erde schnell mit allen möglichen Pflanzen bedeckt wird, die einen mehrfarbigen Teppich bilden.

Diese spontane oder natürliche Vielfalt spiegelt sich nicht in den landwirtschaftlichen Praktiken wider, die sich seit der Einführung der Mechanisierung entwickelt haben. Wir könnten sogar über die landwirtschaftliche Industrialisierung sprechen. Der Prozess selbst kann einige positive Aspekte in Bezug auf die Verteilung von Aufgaben und Ressourcen haben, um schneller arbeiten zu können. Sogar Möhren von Hand für einen Salat zu raspeln, kann langweilig werden, und man ist froh, es maschinell machen zu können!

Leider haben die Mechanisierung und Standardisierung der Prozesse dazu geführt, dass unsere Landschaften immer weniger vielfältig werden, was zu einem starken Rückgang der Artenvielfalt geführt hat. Ein Mensch kann jetzt riesige Flächen mit Maschinen bebauen, aber in verarmten Ökosystemen.

In der Natur verwandeln die Tiere des Waldes ihn allmählich so, dass er für sie günstig ist. Ein Dachs zum Beispiel vergräbt seine Exkremente entlang der Wege, die er geht, und sät die Samen und Obstkerne, die ihm gefallen. Nach und nach wird sich der Wald verändern und immer günstiger für das Wachstum des Dachses werden.
Der Rückgang der Zahl der Arten von Pflanzen, Tieren, Insekten und Regenwürmern in den vom Menschen bewohnten Gebieten zeigt jedoch, dass ihm überall, wo er sich niederlässt, eine Art „Wüste“ folgt.

Ist diese Situation umkehrbar? Leider nicht für ausgestorbene Arten, aber im Allgemeinen ist es ermutigend zu sehen, dass das Bewusstsein wächst. Die ökologische Landwirtschaft macht in Europa Fortschritte. Ich habe gerade meine Freunde Augsburger besucht, die ein landwirtschaftliches Gut in der Nähe von Yverdon in der Westschweiz betreiben. Das Ehepaar erzählte mir, dass es eine Überzeugung von Gott war, die sie dazu veranlasste, den Schritt hin zur ökologischen Landwirtschaft, näher an der Natur, zu machen. Es ist eine riesige Veränderung, man muss motiviert sein, aber es ist lohnend. Und wenn Sie in einer Wohnung leben, wie können Sie an dieser großartigen Mission zur „Vermehrung“ des Lebens, zur Förderung der Artenvielfalt teilnehmen? Sie können Menschen unterstützen, die sich für einen solchen Ansatz engagieren, aber auch, wenn Sie einen Garten oder ein paar Quadratmeter Land haben, einige Flächen brachliegen lassen oder Obstkerne wie zum Beispiel Dachse wieder in die freie Wildbahn bringen …

Die Förderung des Lebens erfolgt durch wiederhergestellte Beziehungen zu Gott und natürlich unter den Menschen, aber auch mit der übrigen Schöpfung. Wo werden Sie Ihren nächsten Pflaumenkern platzieren?


Photo by Eddie Kopp on Unsplash

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Zwischen Villen und alten Bauernhöfen, im Herzen des kleinen Dorfes Hagenthal-le-Haut, dicht bei Basel und St. Louis, befindet sich das Wohnprojekt Mosaik. Dort leben seit 10 Jahren drei christliche Familien zusammen. Sie pflegen Beziehungen, teilen ihre Zeit und die gemeinsamen Räumlichkeiten. Wir treffen ein Mitglied, Michel Sommer, Seelsorger in einer Integrations-Anlaufstelle und Lehrer am Bildungszentrum Bienenberg.

Wie ist die Idee für dieses gemeinschaftliche Wohnprojekt entstanden?

Eine Familie aus der Region organisierte ein Treffen mit interessierten Personen. Daraus entwickelte sich eine Spurgruppe bestehend aus 10 Parteien, die sich schlussendlich auf drei Familien reduzierte. In der Zeit als wir in Strasbourg lebten, kannten wir persönlich drei Familien, die im gleichen Gebäude, in ihren eigenen vier Wänden lebten, gleichzeitig aber in einem gemeinschaftlichen Miteinander unterwegs waren. Als sich die Möglichkeit bot, in ein ähnliches Projekt einzusteigen, waren wir sofort dabei. In weniger als zwei Jahren wurde die Idee Realität.

Was hat euch an dieser besonderen Wohnform angezogen?

Ich denke, es ist die Tatsache, dass Individualismus und Konsumismus grossen Einfluss auf unsere Gesellschaft ausüben und viel Einsamkeit verursachen. Wir möchten eine andere Lebensform finden, die es uns erlaubt, Beziehungen zu den Mitmenschen und zu unserem Umfeld zu knüpfen, in einer realistischen Art und Weise. Das gemeinschaftliche Zusammenleben erschien uns die Lebensform, die unserer Familie und unseren Vorstellungen am besten entsprach.

Ganz konkret, wie organisiert ihr euer Leben in der Gemeinschaft?

Wir planen knapp viermal im Monat gemeinsame Zeiten ein: eine Arbeitssitzung, eine Gebetszeit, eine gemeinsame Mahlzeit und wir treffen uns im Laufe des Jahres, um die Gemeinschaftsräume zu unterhalten, wichtige Dinge zu besprechen, einen Ausflug zu unternehmen, miteinander zu plaudern etc. Die Teilnahme an diesen Aktivitäten ist letztlich freiwillig, obwohl sie in unseren Agenden prioritär notiert sind. Ein Teil der Beziehungspflege findet ausserhalb dieser «offiziellen» Zeiten statt: Wenn z.B. ein Ehepaar unsere Kinder zu einem Kinobesuch einlädt. Oder wir unsererseits jedes Kinder der anderen Familien zu einem Geburtstagsessen zu uns einladen. Wunderbare, gesegnete Momente!

Teilt ihr auch einen Teil eurer Güter?

Ausser dem gemeinsamen Besitz der Liegenschaft in einer entsprechenden Rechtsform, teilen wir unseren Besitz nicht. Aber wir unterhalten eher symbolisch eine «Gerechtigkeitsschachtel», in die jede Familie nach einer gemeinsamen Mahlzeit 20 Euros einwirft. Dieses Geld ermöglicht uns, ab und zu eine Familie oder eine Person in Not anonym finanziell zu unterstützen. Wir hoffen auf diesem Weg auch die Herzen unserer Kinder zu sensibilisieren und ihnen vorzuleben, wie wichtig es ist, unseren unverdienten Überfluss mit anderen zu teilen.

Gelingt es euch, auch zu den Nachbarn Kontakte zu knüpfen?

Wir versuchen es! Für die Familien, die schulpflichtige Kinder haben, ergeben sie die Kontakte auf natürliche Art. Ein direkter Nachbar stellt uns ein Stück Land für einen Gemüsegarten zur Verfügung. Ausserdem haben wir das Vorrecht über einen grossen Gemeinschaftsraum zu verfügen, der Platz für ca. 30 Personen bietet. Manchmal organisieren wir im Winter Spielnachmittage, Themen- oder Filmabende, die zum Nachdenken anregen. Wir haben z.B. einmal den Dokumentarfilm «Demain» gezeigt.

Spielen ökologische Fragen in eurem Zusammen­leben eine wichtige Rolle?

Sicher, wir nehmen diese grundlegenden Fragen unserer aktuellen Zeit sehr ernst. Sie sind ein Bestandteil unserer internen Vereinbarung. Wir bemühen uns zuallererst in unserem kleinen Umfeld, durch unseren persönlichen Lebensstil verantwortungsvoll zu handeln. Konkret teilen wir z.B. unsere Autos. Auch wenn dies vielleicht unbedeutend erscheint, ermöglicht es uns doch, mit nur einem Auto pro Familie auszukommen. Wir haben zudem unser Abfallberg verkleinert. Die Fassadenisolation des Gebäudes brachte eine hohe energietechnische Verbesserung. Eine Fotovoltaik-Anlage liefert uns Strom. Zudem kaufen wir einen Teil unserer Lebensmittel bei lokalen Anbietern ein. Zwei von uns fahren mit dem Fahrrad nach Basel zur Arbeit. Es ist unser ständiges Bemühen, einen nachhaltigen Lebensstil zu pflegen und weiterzuentwickeln.

Welche positiven Aspekte siehst du nach fast 10 Jahren des Zusammen­lebens?

Neben den ökologischen und zwischenmenschlichen Aspekten möchte ich auch die gegenseitige Unterstützung der Familien erwähnen. Ein Beispiel: Zwei der Wohnungen liegen auf der gleichen Etage und sind durch eine Doppeltür miteinander verbunden. Wenn nun das eine Elternpaar am Abend weg ist, kann die andere Familie das Babysitting übernehmen, indem sie einfach die Zwischentür öffnen, damit sie die Kinder hören, wenn sie nicht schlafen. Wir versuchen eine Kultur zu pflegen, in der es normal ist, um Hilfe zu bitten, aber die Unterstützung auch ablehnen zu dürfen, wenn es zu kompliziert ist.

Und welches sind die negativen Aspekte an eurer gemeinschaftlichen Wohnform?

Es gibt nicht viele! Wenn man gemeinsam unterwegs ist, entstehen natürlich manchmal auch Konflikte. Damit umzugehen, kann schwierig sein. Da kommt es sehr darauf an, wie man diesen Herausforderungen begegnet. Die grösste Unstimmigkeit verursachte ein kranker Baum, der nicht wirklich schön anzusehen war, aber Schatten bot. Sollte man ihn fällen oder nicht? Indem wir eine konstruktive Umgangskultur der gegenseitigen Wertschätzung und Achtung leben, konnten wir bis zum heutigen Zeitpunkt grössere Spannungen vermeiden.

Vielen Dank für dein Teilhaben an euren Erfahrungen. Vielleicht noch eine letzte Frage: Welchen Ratschlag würdest du einer Person oder einer Familie geben, die ebenfalls beabsichtigen, in ein neues Wohnprojekt einzusteigen?

Kommt und schaut bei uns rein! Oder geht ein anderes ähnliches Wohnprojekt besuchen und unterhaltet euch mit den Bewohnern! Das hilft, mögliche Bedenken abzubauen und neue Möglichkeiten zu entdecken. Und, vernetzt euch mit anderen, mit Freunden, Mitgliedern von Kirchen, im Internet, um andere Interessierte zu finden und euch zusammen zu tun. Ich möchte noch hinzufügen: Es sind nicht wirklich die Christen, die auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle spielen, aber zum Glück gibt es ChristNet, das gute und praktische Ideen streut !

Aufgrund des Wegzugs aus beruflichen Gründen einer der drei Familie im vergangenen Jahr steht eine Wohnung zur Verfügung, zum Kauf oder evt. zur Miete:

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Der am 8. September bei France Inter angekündigte Rücktritt von Nicolas Hulot hat die französische Gesellschaft und weitere Bereiche erschüttert. Wir hören immer noch, wie er eine unzureichende Politik der „kleinen Schritte“ anprangert, seine Einsamkeit in der Regierung und die fehlende Unterstützung der Bürger beklagt oder die kollektive Verantwortung für das Problem darstellt. Die vielen „Klimademonstrationen“, die sich daran anschlossen, zeugen jedoch von einem immer stärkeren öffentlichen Bewusstsein für diese Problematik. Trotzdem bleibt das Ausmaß der angekündigten Schwierigkeiten schwer zu ertragen.

Die Beobachtung einer Klima-Ungerechtigkeit

Anfang Oktober erinnern die IPCC-Klimaspezialisten in einem neuen Bericht daran, dass die Bedrohungen nicht nur stark sind – Dürren und Hungersnöte in fruchtbaren Regionen, Verlust der Artenvielfalt, Millionen von Klimaflüchtlingen, soziale Spannungen – sondern auch ungleich verteilt sind. Diejenigen, die am meisten leiden werden, sind die Länder, die am wenigsten zur globalen Erwärmung beigetragen haben, die am wenigsten zur Verbesserung der Lebensbedingungen im Zusammenhang mit der industriellen Entwicklung beigetragen haben und die am anfälligsten für die Instabilität des Klimas sind. Dies ist die schwerwiegende Beobachtung einer Klimagerechtigkeit1 .

Ungeachtet der Tatsache, dass diese Beobachtungen so schwerwiegend zu sein scheinen, dass man angesichts solcher globaler Herausforderungen so leicht in ein Gefühl der Ohnmacht oder Gleichgültigkeit fallen kann, welche Ressourcen können wir in Christus finden, um der Situation in Liebe und Frieden zu begegnen? Wie können wir in unserem Glauben an ihn die Rolle erkennen, die wir zu spielen haben?

Hoffnung auf Wiederherstellung

Dieser Kontext kann uns dazu bringen, die Worte des Apostels Paulus auf besonders starke Weise aufzunehmen:

„Jetzt wissen wir, dass bisher die ganze Schöpfung seufzt und die Schmerzen der Geburt erleidet. Und es ist nicht nur die ganze Schöpfung, die seufzt, sondern auch wir, die wir dennoch einen Vorgeschmack auf diese Zukunft im Geist haben, seufzen in uns selbst, während wir auf die Annahme, die Befreiung unseres Körpers warten. „(Römer 8:21-22)

Dieser Abschnitt zeigt uns nicht nur ein Leid, das die Menschheit und die Schöpfung als Ganzes teilt, sondern auch eine gemeinsame Hoffnung: die Neugeburt unserer Welt, ihre Wiederherstellung, die die Menschheit, aber auch die gesamte Schöpfung betrifft. Gott gibt uns also mit seinem Wort die Möglichkeit, uns von der Angst zum Frieden und sogar zur Freude zu führen. Dann können wir uns besser zur Verfügung stellen, um diese neue Welt zu suchen und zu manifestieren, die bereits in Jesus begonnen hat.

Kämpfen wir also gegen Gleichgültigkeit und Verzweiflung, und gehen wir mit unseren Zeitgenossen auf den Weg zu mehr Klimasolidarität, zu mehr Achtung vor der Schöpfung, und geben wir Zeugnis von der Hoffnung auf eine wiederhergestellte Welt, die alle Schöpfung wünscht und die kommen wird. Zu diesem Zweck sollte jeder von uns den Herrn fragen, wohin und zu welchen konkreten Handlungen er uns beruft.

 


Tribune veröffentlichte unter der Überschrift „Grüße“ in Christ Seul (Monatsmagazin der Evangelisch-Mennonitischen Kirchen Frankreichs), Nr. 1093, Dezember 2018, www.editions-mennonites.fr.

1.  Zum gleichen Thema wurde im November 2018 in Winterthur anlässlich des jährlichen StopArmut-Tages eine „Erklärung für Klimagerechtigkeit“ unterzeichnet, die auf Französisch übersetzt und auf der FREE-Website veröffentlicht wurde.

~ 3 min

Im vergangenen September wurde das Schweizer Volk eingeladen, seine Meinung zur Agrarpolitik seines Landes zu äußern. Zwei Volksinitiativen zielten auf eine Änderung der Verfassung ab. Obwohl sie nicht angenommen wurden, spiegeln sie doch die Aktualität der Fragen wider, die mit der Herstellung unserer Lebensmittel verbunden sind.

Hinter diesen Texten stand der Wunsch, eine umweltfreundliche Landwirtschaft zu fördern, die lokale Produkte und ein menschenwürdiges Einkommen begünstigt. In diesem Sinne sind den Franzosen die „Associations pour le maintien de l’agriculture paysanne (AMAP)“1 bekannt, die sich seit einigen Jahren im ganzen Land ausbreitet und eine direkte Verbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern herstellen soll.

Nachhaltigere Praktiken

Angesichts der Beobachtung einer ökologischen Krise mit kolossalen sozialen Auswirkungen ist es nicht verwunderlich, dass ein Sektor wie die Landwirtschaft betroffen ist. Olivier de Schutter, ehemaliger Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung, sagte 2014: „Unser Landwirtschaftsmodell, das auf intensiven Inputs (Düngemittel und Pestizide) basiert und von der immer weiter fortschreitenden Industrialisierung der Landwirtschaft abhängig ist, ist am Ende seiner Kräfte. Wir müssen daher den Kurs ändern und uns in Richtung Agrarökologie bewegen“2 . Die Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft, die sich konsequent an der lokalen und ökologischen Landwirtschaft orientiert, ist ein Versuch unter anderen, nachhaltigere Praktiken zu übernehmen.

Von hier aus kann ein von Gott inspiriertes Streben nach Liebe und Gerechtigkeit diese Überlegungen und Lebensentscheidungen entsprechend nähren. Die Verpflichtungen, die einige christliche Bauern in der französischsprachigen Schweiz eingegangen sind, dienen als Beispiel. Im Laufe meiner Forschung5 hatte ich die Gelegenheit, einige Landfachleute zu treffen, die an einer Vernetzung interessiert sind, um Glauben und Landwirtschaft zu verbinden.

Im vergangenen September wurde das Schweizer Volk eingeladen, seine Meinung zur Agrarpolitik seines Landes zu äußern. Zwei Volksinitiativen zielten auf eine Änderung der Verfassung ab. Obwohl sie nicht angenommen wurden, spiegeln sie doch die Aktualität der Fragen wider, die mit der Herstellung unserer Lebensmittel verbunden sind.

Hinter diesen Texten stand der Wunsch, eine umweltfreundliche Landwirtschaft zu fördern, die lokale Produkte und ein menschenwürdiges Einkommen begünstigt. In diesem Sinne sind den Franzosen die „Associations pour le maintien de l’agriculture paysanne (AMAP)“1 bekannt, die sich seit einigen Jahren im ganzen Land ausbreitet und eine direkte Verbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern herstellen soll.

Nachhaltigere Praktiken

Angesichts der Beobachtung einer ökologischen Krise mit kolossalen sozialen Auswirkungen ist es nicht verwunderlich, dass ein Sektor wie die Landwirtschaft betroffen ist. Olivier de Schutter, ehemaliger Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung, sagte 2014: „Unser Landwirtschaftsmodell, das auf intensiven Inputs (Düngemittel und Pestizide) basiert und von der immer weiter fortschreitenden Industrialisierung der Landwirtschaft abhängig ist, ist am Ende seiner Kräfte. Wir müssen daher den Kurs ändern und uns in Richtung Agrarökologie bewegen“4 . Die Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft, die sich konsequent an der lokalen und ökologischen Landwirtschaft orientiert, ist ein Versuch unter anderen, nachhaltigere Praktiken zu übernehmen.

Von hier aus kann ein von Gott inspiriertes Streben nach Liebe und Gerechtigkeit diese Überlegungen und Lebensentscheidungen entsprechend nähren. Die Verpflichtungen, die einige christliche Bauern in der französischsprachigen Schweiz eingegangen sind, dienen als Beispiel. Im Laufe meiner Forschung3 hatte ich die Gelegenheit, einige Landfachleute zu treffen, die an einer Vernetzung interessiert sind, um Glauben und Landwirtschaft zu verbinden.

Ein Übergang, der sich auf das Gebet stützt

Wie beeinflusst der Glaube ihr Verhalten? Weit davon entfernt, ideologisch einheitlich zu handeln, setzen sie sich für eine Landwirtschaft ein, die ihren Nächsten liebt, das Reich Gottes widerspiegelt, die Gute Nachricht bezeugt und zur Versöhnung mit der Schöpfung einlädt. Sie bringen den Wunsch zum Ausdruck, gesunde Lebensmittel zu produzieren, die sich um ihren Nächsten und den Boden kümmern, ohne zu vergessen, dass das Wesentliche im Evangelium zu finden ist. Eine von ihnen ruft den Wert der Fähigkeit hervor, den Übergang des eigenen Hofes zu begleiten, indem man sich auf das Gebet und das Hören auf Gott unter Christen verlässt. So dient ihr Glaube als Kulisse für die Wahrnehmung von landwirtschaftlichen Alternativen und als Katalysator für die Motivation ihres Handelns „hier und jetzt“, wobei sie sich von einer Hoffnung tragen lässt, die darüber hinausgeht.

Und Sie, wie nährt Ihr Glaube in Ihrem täglichen Leben Ihr Handeln?


Tribune veröffentlicht unter der Überschrift „Grüsse“ in Christ Seul (Monatsmagazin der Evangelisch-Mennonitischen Kirchen Frankreichs), Nr. 1095, Februar 2019, www.editions-mennonites.fr.

1. AMAP: http://www.reseau-amap.org/.

2. 2014, 29. April 2014, Le Monde. Olivier De Schutter: „Unser globales Landwirtschaftsmodell ist außer Atem“. url: https://www.lemonde.fr/planete/article/2014/04/29/olivier-de-schutter-notre-modele-agricole-est-a-bout-de-souffle_4408689_3244.html.

3. Forschung für die Masterarbeit in Anthropologie und Soziologie am Hochschulinstitut für internationale und Entwicklungsstudien (IHEID) in Genf. Arbeit mit dem Titel: Versöhnte Landwirtschaft und verwandte evangelikale Bauern: Wie lassen sich Glaube und Landwirtschaft miteinander versöhnen? Ethnographie eines informellen ‚christlichen‘ und ‚Permakultur‘-Netzwerks.