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Der Heilige Geist als gesellschaftsverändernde Kraft:

Soziales, Theologie
Lesezeit / Temps de lecture ~ 8 min

Pfingstliche Spiritualität und ihre politische Bedeutung 

Einleitung

Für viele Pfingstler und Charismatiker wäre die Themenstellung wie aus dem Titel ersichtlich erstaunlich: Spiritualität und politische Bedeutung? In unseren Breitengraden werden von Pfingstlern diese beiden Aspekte oft entweder als ohne Bezug zueinander oder gar als sich gegenseitig ausschliessend betrachtet, wie auch in einem Leserbrief  von ?unterwegs? 2.01 zu lesen war. Allenfalls äussern sich Pfingstler politisch, wenn es um die Abtreibung geht, aber bereits deutlich weniger beim Thema Rassismus, obwohl die Pfingstbewegung auch in Westeuropa in ihren Anfängen eher pazifistisch und in den USA ?integriert? war. Bei Fragen der Globalisierung und der Umweltbelastung herrscht vorwiegend Schweigen und der Gedanke, das eigene Geistverständnis in Bezug zu den gegenwärtigen sozialen Problemen zu sehen, wird nicht allen in den Sinn kommen.

Aber obwohl westeuropäische Pfingstler die Verbindung zwischen ihrer Geisterfahrung und politisch/sozialen Fragen unserer Zeit nur gelegentlich nachvollziehen, hat diese immer auch soziale und z.T. politische Konsequenzen.  Ich möchte das aufzeigen anhand von dem, was Pfingstlern und Charismatikern besonders wichtig ist: die Bibel und ihre Geschichte.

1. Der Geist als gemeinschaftbildende  Kraft im Neuen Testament (1. Kor. 13,13)

Pfingstlich/charismatische Pneumatologie ist mehrheitlich lukanisch in ihrer Ausrichtung und bei Paulus haben Pfingstler beinahe nur an 1. Kor. 12 und 14 ein pneumatologisches Interesse. Für sie ist der Geist bei Lukas vorrangig Befähigung der Gläubigen zu einem vollmächtigen Dienst, insbesondere zum missionarisch-evangelistischen Dienst, verbunden mit einer oft überwältigenden Erfahrung der ?eschatologischen Gegenwart Gottes?. Grundlegend für diese Sicht ist das Verständnis von Pfingsten als Erfahrung der Jünger, welche sie für ihre Aufgabe ausrüstete; der Geist ist donum superadditum.

Nun ist aber auch allerseits bekannt, dass gerade Lukas ein grosses Interesse an den Armen, Ausgestossenen und Hilflosen zeigt. Ebenso betont er die zwischenmenschliche Versöhnung, die u.a. im Auftrag des Täufers zum Tragen kommt: Er wird das Herz der Väter den Söhnen zuwenden (Lk. 1.17).  So wird dann die Zuwendung des Täufers zu den Zöllnern und Soldaten in diesem Licht zu sehen sein, ebenfalls Jesu Zuwendung zu den Ausgeschlossenen, zu den kultisch Unreinen und ?Sündern? (Aussätzige, Sünder, Zöllner etc., zusammengefasst im programmatischen Text von Lk. 4.16-30). In der Apostelgeschichte tritt Barnabas, ein Mann voll Geistes und Glaube, versöhnend zwischen Saulus und die Gemeinde, zwischen die jüdische Gemeinde in Jerusalem und die hellenistische Gemeinde in Antiochien und zwischen Paulus und Markus. Dies nur um einige Beispiele zu nennen.

Nun ist es meine These, dass zwischen dem Interesse des Lukas an den Armen und Verstossenen einerseits und dem Geist andererseits eine Verbindung besteht. Ich möchte anhand von drei Beispielen illustrieren, wie Geisteswirken in den lukanischen Schriften direkte Auswirkungen auf das soziale Gefüge der Gemeinde hatte und dann noch auf 1. Korinther 12 und 14 zu sprechen kommen.1

Ein möglicher Zugang zur Verbindung von Geisteswirken und sozial-ethischen Themen eröffnet sich, wenn man die Geistesmanifestationen in den Lukasschriften, insbesondere Geistesreden und Visionen, darauf befragt, was sie innerhalb der Erzählung an Bewegung auslösen, wenn man also die Rolle des Geistes bei Lukas nicht mehr nur darauf zu beschränkt, dass  er prophetische Worte eingibt, sondern fragt, wie Lukas die Auswirkungen solcher Manifestationen beschreibt. Man sieht die Bedeutung des Geistes somit nicht nur in der Eingebung und dem Inhalt prophetischer Rede, sondern auch in deren beabsichtigten und erzielten Wirkung; denn Inhalt und beabsichtigte Wirkung können nicht getrennt werden.

Drei Beispiele aus Lukas und einige Gedanken zu 1. Korinter 12-14 sollen das veranschaulichen:

1.      Maria und Elisabeth (Lk. 1.39-45): Zu Beginn seines Evangeliums stellt Lukas dem Leser das ehrwürdige Priesterehepaar Zacharias und Elisabeth vor. Die Erwähnung ihres Alters, ihres Wohnortes in Judäa, ihrer Herkunft und des ?Berufs? des Mannes dienen dazu dem Leser das Bild eines gottesfürchtigen, angesehenen Paares von vortrefflichem Status vor Augen zu malen. Dem gegenüber wird Maria als junge Frau aus einer religiös gemischten Gegend in Galiläa, ohne besondere Herkunft und besonderen Status beschrieben. Man könnte beinahe sagen, dass das Wirken des Geistes ihren sozialen Status nur verschlimmert hat: sie ist unverheiratet und wird schwanger. Die sozial angemessene Begrüssung zwischen Maria und Elisabeth wäre die gewesen, dass die Jüngere sich der Älteren unterwirft. Zudem würde normalerweise die Schande der jüngeren, unverheiratet schwangeren Frau zwischen ihr und der Ehre der älteren Frau stehen. Doch durch den Geist kommt es zu einer Umkehrung der sozialen Rollen. Die Ältere preist die Jüngere und nennt sie ?die Mutter meines Herrn?. Es scheint, dass für Lukas das prophetische Wort zu einer Neudefinition der sozialen Rollen führt; es hat die üblichen Kategorien von ?Ehre? und ?Schande? in der Beziehung zwischen Maria und Elisabeth ausser Kraft gesetzt. Im folgenden Magnificat lässt der Evangelist dann Maria diese Umkehrung der üblichen sozialen Ordnung als bewusst erlebt zum Ausdruck bringen (Lk. 1.4-52).

2.      Der Pfingstbericht (Apg. 2): Lukas stellt Pfingsten als die lang erwartete Erfüllung der eschatologischen Erneuerung Israels dar, ausgedrückt durch das Joel-Zitat in der Predigt des Petrus. Joel 3.1-5 spricht von der kommenden Heilszeit, in der der Geist auf alle ausgegossen wird und alle, die sonst in der Gesellschaft nichts zu sagen haben, nun etwas zu sagen haben: Jung und Alt, Frauen, Knechte und Mägde. Die Wahl der sozialen Kategorien ist bewusst gewählt und widerspiegelt mit Ausnahme der Alten diejenigen in der orientalischen Gesellschaft, die in der Regel nichts zu sagen hatten. Es geht in der Joel Stelle nicht um eine Erneuerung der Prophetie in sich, oder einfach darum, dass durch den Geist alle prophezeien werden, sondern dass es durch die Geistausgiessung als Zeichen der kommenden Heilszeit zu einer Erneuerung der sozialen Struktur kommt, ähnlich wie das in den Texten in Jes. 11.1-4; 31.1-20; 42.1-4; 61.1-5 der Fall ist und ähnlich, wie auch Hesekiel davon spricht (Hes. 36 und 37). Das prophetische Reden wird zum Kennzeichen der Erneuerung. Die Vision der Geistausgiessung in Joel 3.1-5 (und die aller AT Erwartung) ist jedoch die ganzheitliche Erneuerung Israels: sozial, politisch, religiös und ökologisch; der Tag des Heils, wie Joel ihn nennt. Und genau das hat Lukas im Blickfeld, wenn er anschliessend an den Pfingstbericht das Leben der Gemeinde beschreibt (Apg. 2,42-47). Durch die Geistausgiessung kam es zu einer Erneuerung des Gottesvolkes, die weit über die üblichen hellenistischen Freundschaftsideale hinausgeht, weil in der Gemeinde sich nicht einfach sozial Gleichgestellte begegnen, sondern weil die Tischgemeinschaft alle Alters- Geschlechter- und sozialen Gruppen umfasst.

3.      Die Bekehrungsgeschichten in Apostelgeschichte 8-11: In all diesen Begebenheiten (Samarier, Äthiopier, Saulus und Cornelius) liegt die Rolle des Geistes weniger darin, den Inhalt der Verkündigung zu inspirieren, als mehr einen Kommunikationsprozess in Gang zu setzen, der sonst nicht stattgefunden hätte: mit den Samariern, weil Lukas um die Unversöhnung zwischen Jerusalem und Samarien weiss (Lk. 9,51-53), mit dem Äthiopier, weil er als Ausländer und vor allem als Eunuch vom Kult und von der Zugehörigkeit zum Gottesvolk ausgeschlossen war (Deut. 23,1-9); mit Saulus, weil er ein Verfolger der Kirche und bei Kornelius, weil er ein Heide war. In allen Fällen führte die Geistesmanifestation zu einer Neudefinierung der Gemeinde (das symbolische Universum der jungen Kirche hat sich verändert), und der Geist wurde zum Identitätsmerkmal der Zugehörigkeit. Somit kann auch hier die Rolle des Geistes nicht auf die Inspiration der missionarischen Verkündigung begrenzt werden; Geistesmanifestationen werden grundlegend für die Selbstdefinierung und das symbolische Universum der Kirche, die nun nicht mehr exklusiv, sondern inklusiv definiert wird.

4.      Ähnliches wie zum lukanischen Pfingstbericht kann auch zu den Charismata in 1. Korinther 12-14 gesagt werden: In den Paulus-Gemeinden haben buchstäblich alle etwas zu sagen, ungeachtet ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft oder ihres Geschlechts. So haben wohl die Paulus Gemeinden erlebt, dass in der Kirche nicht wieder die allein etwas zu sagen hatten, die bereits in der Gesellschaft vorne an standen, sondern auch die, die in der Gesellschaft die ?Letzten? war. Oder anders ausgedrückt: ?Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus? (Gal. 3,28). Für die Christen in den Paulusgmeinden war nicht mehr Unabhängigkeit oder Selbstverwirklichung der Haupttenor, sondern die Erfahrung der gegenseitigen Abhängigkeit und Ergänzungsbedürftigkeit. So etwas hat natürlich direkte soziale Auswirkungen: Wenn z.B. ein Sklave in einer Gemeinde erlebt, dass er genauso benötigt wird wie sein Herr, dass er genauso Wegweisendes und Entscheidendes zum Gemeinwohl beizutragen hat, dann relativiert das nicht nur die gängigen Sozialstrukturen, sondern wertet den Einzelnen als Person auf und nimmt ihm das Gefühl der Macht- und Bedeutungslosigkeit. Dieser Vorgang wird deutlich nachvollziehbar in der Rhetorik des Philemonbriefs.

2. Die sozialkritischen Wurzeln der Pfingstbewegung

Wenn für die Lukasschriften gilt, dass sie ein besonderes Interesse am Geist, an den Armen, den Ausgestossenen und Hilflosen bezeugen, gilt das gleicherweise für die Anfänge der Pfingstbewegung. Auch hier führten die Geistesmanifestationen dazu, dass rassistische und geschlechtliche Schranken überschritten wurden. So fanden 1907 in Los Angeles erstmals ?integrierte Gottesdienste? statt, geleitet von einem schwarzen Prediger und es war ausgerechnet eine Pfingstlerin, die in den USA als erste Frau die Lizenz für eine Radiostation erhielt. Ähnliches kann über die Pfingstbewegung in Lateinamerika, Korea und Südafrika und die Pfingstbewegung allgemein gesagt werden. Nicht ganz überraschend ist die Vorläuferrolle eines amerikanischen Pfingstlers in der Arbeit unter Drogenabhängigen im New York der späten 50er Jahre. Das von David Wilkerson gegründete Werk ?Teen Challenge? ist noch heute weltweit in der Arbeit mit Randgruppen und Suchtkranken tätig.

Die wenigen aufgeführten Beispiele veranschaulichen, dass in den Reihen der Pfingstbewegung die üblichen sozialen Klassen ausser Kraft gesetzt wurden und eine versöhnende, einschliessende Wirkung von ihr ausging. Die gegenwärtige Tendenz zu Spaltungen in der Pfingstbewegung steht in krassem Widerspruch sowohl zu ihrem ?pneumatologischen Steckenpferd?, den Lukasschriften, wie auch zu ihrer eigenen Geschichte. Das heisst jedoch nicht, dass auf lokaler Ebene diese soziale, einschliessende Wirkung verloren gegangen sei, sie wird vielerorts ungebrochen weiter bezeugt. In diesem Punkt kann man die Pfingstbewegung vielleicht mit der matthäischen Petrusdarstellung vergleichen: in ihr wohnen grösste Geisteseinsichten und Momente menschlichen Eigeninteresses unmittelbar beieinander (Matt. 16,13-23).

3. Die gegenwärtige Situation in Westeuropa

Wie bereits angedeutet erlebt die Pfingstbewegung in Westeuropa zur Zeit beides: die Kraft des Geistes, der Gemeinschaft stiftet und auf Grund dessen Manifestationen es zu einer Neudefinition der Gesellschaft üblichen Hackordnung kommt und in der die Gunst nicht mehr nach den üblichen Spielregeln verteilt wird, aber auch Spaltungen sowie Bestätigung des politischen und sozialen Status Quo. Nicht immer entsteht durch das Wirken des Geistes eine Kontrastgsellschaft, und doch erleben westliche Pfingstler immer wieder, wie der Geist sich über die von den Erfolgreichen, den Schönen, den Starken und dem Geld festgelegten Gesellschaftsspielregeln hinwegsetzt. Diese Erfahrungen bestätigen Pfingstler in ihrer theozentrischen Ausrichtung: Gott der Herrscher dieser Schöpfung kann sich auch souverän gegen seine Schöpfung durchsetzen und überlässt sie nicht einfach sich selber. Das nimmt ihnen z.T. das Bewusstsein der eigenen Ohnmacht, das heute ausschlaggebend ist für die politische Indifferenz vieler Menschen. Ihre politische Bedeutung nehmen Pfingstler nicht vom Gewicht ihrer politischen Argumentation, sondern von ihrer Gotteserfahrung. Gott der Herr dieser Welt kümmert sich um sie in einer ganzheitlichen Form. Mit ihm können sie all ihre Anliegen besprechen, seien sie sozialer, gesundheitlicher, politischer oder anderer Natur.

Wenn trotz des biblischen Textes und trotz der eigenen Geschichte die Erfahrung jenes Pfingstlers, wie er sie in seinem Leserbrief dargestellt hat, leider nicht ganz einmalig ist, mag das verschiedene Gründe haben:

1.      Dass sich Pfingstler z.T. nicht im Klaren sind über die politische/soziale Bedeutung ihrer eigenen Spiritualität, heisst noch lange nicht, dass diese Bedeutung nicht vorhanden ist. Ein Grund weshalb sich Pfingstler über solch eine Bedeutung nicht bewusst sind, mag sein, dass Gott und ihr Glaube bei ihnen nicht ?gedacht? sondern ?erlebt? wird. Die Sehnsucht Gott zu erleben kommt bei ihnen vor dem Bedürfnis dieses Erlebnis zu definieren und zu reflektieren. Daher ist die vorrangige Methode pfingstlicher Theologie auch der Erlebnisbericht (das Zeugnis) und nicht die These und die Argumentation. Zudem ist pfingstliche Spiritualität in ihrem Ansatz theozentrisch und ihre soziale, politische Bedeutung erhält sich von ihrer eschatologischen Ausrichtung und ihrer Erwartung vom Reich Gottes, in dem Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Gotteserkenntnis herrschen wird. Pfingstliches Handeln, Denken und Fühlen richtet sich ganz nach diesem Reich aus, und dass es dadurch einen Bezug zu gegenwärtigen sozialen und politischen Problemen unserer Tage hat, wird z.T. gar nicht wahrgenommen.  Aber das ist an sich kein Problem, denn auch die Personen in Jesu Gleichnis (Mat. 25,31-46) waren sich nicht über die ganze Tragweite ihres Handelns bewusst. So begründen Pfingstler ihre sozialen und z.T. auch politischen Aktivitäten eher von ihrer Leidenschaft für das Reich Gottes, von der Liebe und der Hoffnung her und weniger von irgend welchen politischen Überlegungen. Politische Überlegungen mögen für sie korrekt oder weniger korrekt sein, doch entscheidend wird für sie sein, was sie als ?geboten?, als dem Reich Gottes entsprechend erachten werden. Nur ist auch das immer eine Frage der Auslegung und das führt und zu einem weiteren Grund, weshalb sich westliche Pfingstler nicht sonderlich aktiv zu Fragen der Politik und sozialen Gerechtigkeit äussern:

2.      In der Theologie der Pfingstler hat in den 40er und 50er Jahren eine Verlagerung stattgefunden, die wahrscheinlich mit ihrer eher apolitischen Haltung zusammenhängt. Mitte des letzten Jahrhunderts haben sich vor allem die westlichen Pfingstler mit dem fundamentalistischen Flügel der Evangelikalen Bewegung angebiedert und vielfach deren Theologie, deren Art und Weise zu theologisieren und deren Agenda übernommen. Besonders in Amerika befanden sich die Fundamentalisten in jener Zeit im Streit mit dem sogenannten ?social Gospel? und haben sich deutlich davon distanziert. Viele Pfingstler sind ihnen auf diesem Weg gefolgt. Die Folgen dieser Vermischung pfingstlicher Spiritualität und evangelikal-fundamentalistischer Theologie sind bis heute spürbar und so muss es nicht erstaunen, wenn zuweilen deutliche Diskrepanzen zwischen der erlebten und der artikulierten Theologie der westlichen Pfingstler sichtbar werden. In diesen Fällen kann es nur hilfreich sein, die Pfingstler an ihre Wurzeln zu erinnern und ihnen helfen, ihr eigenes Erbe neu zu entdecken.

Matthias Wenk


1. Dabei muss man aber fairer weise sagen, dass sowohl Lukas als auch Paulus wenig Interesse an der römischen Politik noch an einer Neustrukturierung Gesellschaft an sich hatten. Ihnen ging es darum, dass in der Gemeinde das eschatologische Heil angebrochen war und sich in ihr auch verwirklicht hat. Wohl wurde erwartet, dass diese Erneuerung einmal die ganze Erde erfassen werde, aber losgelöst von der Kirche bekunden die NT Autoren erstaunlich wenig Interesse an den Themen römischer Politik und Gesellschaft, obwohl ihre Sprache z.T. jene Welt reflektiert/kritisiert. Etwas anders ist das sicher in der Johannes Apokalypse, wo der römische Staat zur Personifizierung der gottwidrigen Macht wird.

1. Januar 2001/0 Kommentare/von Matthias Wenk
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