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Woche 2 – 18.-24. September

Besinnung

«Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.» 2. Mose 22,20

«Diese alle [die Glaubenshelden] … haben bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind.» Hebräer 11,13

Das Alte Testament gebietet an Dutzenden von Stellen, den Fremdling zu schützen. Gott zählt die Ausländer zu den besonders Schutzbedürftigen. Das wird damit begründet, dass Israel selber fremd gewesen ist (s. o.). Jakob war ja mit seinen Söhnen als Wirtschaftsflüchtling nach Ägypten ausgewandert. (1. Mos. 42ff.)

Im Neuen Testament erscheint Gottes Haltung noch deutlicher: Er kommt als Fremdling in Seine Schöpfung (Joh. 1,11). Und Jesus ruft seine Jünger auf, mit ihm zusammen fremd zu sein: Sie sind zwar in der Welt, aber nicht von der Welt (Joh. 17,11+14). Die Stelle im Hebräer drückt das prägnant aus (s. o.). Als «Gäste auf Erden» sind wir Schweizer ChristInnen Ausländer in der Schweiz! Das macht uns demütig, und wir können ein besonderes Verständnis für unsere ausländischen Mitmenschen entwickeln.

Jesus hat es klar gemacht: Mit Seiner Liebe befähigt er uns, unsere Ängste vor dem Fremden zu überwinden. Ganz gewiss lässt uns Gott nicht im Stich, wenn wir Seinem Gebot folgen und die Ausländer freundlich aufnehmen.

Politische Betrachtung

Im politischen Umfeld wird das Thema Ausländer mehrheitlich negativ dargestellt: Überfremdung, Arbeitsplätze, schwache Integration, Kriminalität. So drücken sich Sorgen aus, die die Politik ernst nehmen muss, wenn sie sachlich begründet sind. Leider werden nur selten die positiven Seiten angesprochen: kulturelle Errungenschaften (Musik), Innovationskraft (Nicolas Hayek), Lebensfreude, Lebensmittel (Kebab!) usw.

So hat das Stimmvolk die Ausländerpolitik in den letzten Jahren stark verschärft.[1] Konkret gibt es heute sogar Bestrebungen, das Antirassismusgesetz abzuschaffen. Der einzige logische Grund dafür wäre, so ganze Volksgruppen ungestraft (vor-)verurteilen zu können. Als Christen sollen wir den Einzelnen aber nicht nach seiner Volkszugehörigkeit beurteilen.

Fragen

·        Was macht mir Angst im Zusammenhang mit Ausländern? Was Freude?

·        Wie kann ich Ausländern gegenüber Gottes Gastfreundschaft ausleben? Persönlich, mit meiner Gemeinde, in der Politik?

Gebet

§         Sonntag, 18.9.: Joh. 1,112
Hilf uns, Schweizer ChristInnen, ein tiefes Verständnis für Dein Fremdsein in der Welt und in der Schweiz zu finden; danke, dass Du bis zu uns gekommen bist.

§         Montag, 19.9.: Heb. 11,133
Hilf uns Schweizer ChristInnen, unser Fremdsein in der Schweiz zu empfinden und uns dennoch dafür zu entscheiden, «in» der Schweiz zu sein.

§         Dienstag, 20.9.: 2. Mose 22,204
Hilf uns Schweizer ChristInnen, uns mit unseren ausländischen Mitmenschen zu identifizieren; schenk uns Begegnungen, die unser Vertrauen stärken.

§         Mittwoch, 21.9.: Joh. 13,85
Hilf uns SchweizerInnen, Selbstgerechtigkeit abzulegen, nicht mehr zu glauben, dass wir (Schweizer, Christen usw.) besser und unsere Argumente unfehlbar sind.

§         Donnerstag, 22.9.: Matt. 25,356
Hilf uns SchweizerInnen, unsere Herzen, Häuser und Heimat für die Ausländer zu öffnen, und so Dir und Deinem Namen Ehre zu machen.

§         Freitag, 23.9.: Phil. 3,4-5.7-87
Hilf uns SchweizerInnen, unserer Herkunft wegen nicht überheblich zu sein, und dass wir Dich, Christus, gewinnen.

§         Samstag, 24.9.: Jer. 29,78
Hilf den Ausländern in der Schweiz, für ihr Gastland dankbar zu sein und sich im Gebet und mit konkreten Aktionen für die Schweiz einzusetzen.

 


1. Z. B. Asyl- und Ausländergesetz, Minarettverbot, Ausschaffungsinitiative.

2. Johannes 1,11: «Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.»

3. Hebräer 11,13: «Diese alle [die Glaubenshelden] sind gestorben im Glauben und haben das Verheissene nicht erlangt, sondern es nur von ferne gesehen und gegrüsst und haben bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind.»

4. 2. Mose 22,20: «Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.»

5. Johannes 13,8: Jesus sagt zu Petrus: «Wenn ich [dir die Füsse] nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.»

6. Matthäus 25,35.40: Jesus spricht: «Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen… Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.»

7: Philipper 3,4-5.7-8: «Wenn ein anderer meint, er könne sich auf Fleisch verlassen, so könnte ich es viel mehr, der ich … aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern [bin]… Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. … Um Seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne.»

8. Jeremia 29,7: « Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s auch euch wohl.»

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