Woche 3: Geld in der Schweiz

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Woche 3 – 25. September-1. Oktober

Besinnung

«Gott hat die Macht, euch so reich zu beschenken, dass ihr nicht nur jederzeit genug habt für euch selbst, sondern auch noch anderen reichlich Gutes tun könnt. Dann gilt von euch, was in den Heiligen Schriften steht: “Grosszügig gibt er den Bedürftigen; seine Wohltätigkeit wird in Ewigkeit nicht vergessen werden“» (2. Korinther 9,6-9)

Wer von uns sorgt sich nicht manchmal darum, ob genügend Geld da ist? Ob er sich diesen oder jenen Wunsch erfüllen kann? Oder ob das Geld überhaupt für die Grundbedürfnisse reicht? Wir brauchen uns nicht zu sorgen. Gott ist der Versorger. Er beschenkt uns.

Er will aber nicht nur uns beschenken, sondern alle Menschen. Durch uns. Er gibt uns genug, um grosszügig mit den Bedürftigen zu teilen. Dabei entsteht eine «Win-Win-Situation»: Die Bedürftigen erhalten die nötige Lebensgrundlage, und es nützt auch uns: Der Wohlstand – und vor allem die Gier danach – kann uns nämlich von Gott trennen. Indem wir uns vom Wohlstand trennen, weisen wir ihn an den rechten Platz und befreien uns von einem Hindernis zur Lebensfülle.

Politische Betrachtung

«Die Wirtschaft ist’s, Blödmann!» Dieser Satz aus Clintons Wahlkampf ist zum geflügelten Wort geworden. Es besagt: Wer einen Wahlkampf gewinnen will, stellt die Wirtschaft ins Zentrum. Eine Politikerin, die kein Wachstum verspricht, gewinnt auch nicht. In der Schweiz steht dieser Wert, finanzielle Sicherheit, ganz oben auf der Prioritätenliste.

Die Schweiz hat einen Wohlstand erreicht, von dem (fast) alle anderen Länder nur träumen können und ist weltweit eines der wichtigsten Zentren für finanzielle Dienstleistungen. Das ist ein Geschenk, eine Aufgabe, aber auch eine Gefahr. Das wird immer dann deutlich, wenn wir dem Wohlstand zu viel opfern. So z.B. wenn unsere Banken unsaubere Gewinne einfahren, wo sie nur können, während die Politik zahnlos dazu lächelt, ohne etwas entgegen zu stellen (Bankgeheimnis, «Too big to fail» usw.).

Auch sehr heikel ist es, dass Unternehmen die Politik mit Parteispenden in Millionenhöhen steuern. Die Schweiz ist das einzige demokratische Land, das keine Regelung zur Parteienfinanzierung kennt.

Der einleitende Bibeltext zeigt: Wir sollen nicht «Mammon» den Ton angeben lassen. Unser einziger Chef sitzt im Himmel. Er kann unsere Angst vor dem «Zuwenig» mit einer Leidenschaft für das Teilen ersetzen. Bis in die Politik.

Fragen

·         Was für Werte opfere ich für das wirtschaftliche Wohlergehen der Schweiz?

·         Für welche Art der Grosszügigkeit könnte ich mich politisch einsetzen?

Gebet

§  Sonntag, 25.9.: 1. Timotheus 6,181
Hilf uns SchweizerInnen, die Bedürfnisse der Mittellosen über die Wohlstandsmehrung für die Satten zu stellen.

§  Montag, 26.9.: Jeremia 22,13[^2]
Hilf uns SchweizerInnen, ein klares Ja zu legalen und moralischen Geschäftspraktiken zu finden, und segne besonders die Banken und Rohstofffirmen, die dieses Ja unter Verzicht auf grössere Gewinne umsetzen.

§  Dienstag, 27.9.: 3. Mose 19,153
Hilf uns SchweizerInnen, damit Geld keinen politischen Einfluss kaufen kann und verschaffe Du höchstpersönlich den Menschen ohne Geld eine starke Stimme im Parlament.

§  Mittwoch, 28.9.: Matthäus 6,244
Hilf uns SchweizerInnen, den Markt für das Wohl der Menschen zu nutzen, und stürze Du den Markt vom Thron, da wo er zum Gott geworden ist.

§  Donnerstag, 29.9.: Matthäus 6,335
Sei Du unser Versorger, schenke unserem Land die Sicherheit und das wirtschaftliche Gelingen, das wir zum Leben brauchen, und uns das Vertrauen, dass du es tust.

§  Freitag, 30.9.: Jesaja 25,46
Wir bitten Dich um Schutz für Menschen, die unter Nahrungsmittel- und Rohstoffspekulation von Firmen mit Sitz in der Schweiz leiden. Bringe Licht in die komplexen Zusammenhänge der Weltmärkte, die das Verständnis der PolitikerInnen oft übersteigen.

§  Samstag, 1.10.: Amos 5,247
Wir bitten Dich, dass in der politischen Debatte um Steuersenkungen, Steuerhinterziehung und Steuerwettbewerb die Stimme der Gerechtigkeit den Sieg davon trägt.

 


1. 1. Timotheus 6,18: «Sie sollen Gutes tun, freigebig sein und ihren Reichtum gerne mit anderen teilen.»

2. Jeremia 22, 13: «Weh dem, der sein Haus mit Sünden baut und seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt und gibt ihm seinen Lohn nicht.»

3. 3. Mose 19,15: «Wenn ihr einen Rechtsfall zu entscheiden habt, dann haltet euch streng an das Recht. Bevorzugt weder den Armen und Schutzlosen noch den Reichen und Mächtigen.»

4. Matthäus 6,24: «Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.»

5. Matthäus 6,33: «Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt, und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit all dem anderen versorgen.»

6. Jesaja 25,4: «Für alle, die arm und hilflos sind, bist du eine Zuflucht in Zeiten der Not, ein Schutzdach bei kalten Regengüssen, ein Schatten bei heisser Sonnenglut.»

7. Amos 5,24: «Sorgt lieber dafür, dass jeder zu seinem Recht kommt! Recht und Gerechtigkeit sollen das Land erfüllen wie ein Strom, der nie austrocknet.»

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