• Link zu X Link zu X Link zu X
  • Link zu Facebook Link zu Facebook Link zu Facebook
  • Link zu Instagram Link zu Instagram Link zu Instagram
  • Magazin
    • Aktuelle Beiträge
    • ChristNet Dossiers
      • Informationsmacht: Wem gehört die Wahrheit?
      • Christliche Werte – gesunde Demokratie?
  • Über uns
    • Menschen
    • Vision
    • Mission
    • Aktion
    • Netzwerk
  • Mitwirken
    • Newsletter abonnieren
    • Gebets- und Regionalgruppen
    • Aktion
    • Schreiben oder übersetzen
    • Mitgliedschaft
  • Kontakt
  • 25 🎉
  • Spenden
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Schlagwortarchiv für: Frieden

«Speaking Truth to Power» – Den Mächtigen die Wahrheit sagen

Dossier: Informationsmacht, Dossiers, Gerechtigkeit, Gesellschaft, Politik, Soziales
Lesezeit / Temps de lecture ~ 3 min

In den letzten Wochen konnten wir auf der Weltbühne erleben, wie Papst Leo XIV sich gegen die Kriegsrhetorik der US-amerikanischen Regierung stemmte. Wütende Antworten des Präsidenten und seines Verteidigungsministers waren die Folge1 .

Zeitgleich hörte ich ein Interview 2 mit dem ehemaligen Direktor des US-amerikanischen Geheimdienstes (CIA), Bill Burns (2021-2025), der davon sprach, wie wichtig eine Atmosphäre sei, in der Menschen auch unbequeme Erkenntnisse kommunizieren können.

«Speaking Truth to Power» 3 , wie er dies nannte, sei ein zentraler Grundsatz der CIA, der es ermögliche, dass die entsprechende Regierung geheimdienstliche Erkenntnisse ungefiltert zu hören bekomme, selbst dann, wenn Nachrichten unbequem seien. Laut Burns ist das ein wesentlicher Vorteil gegenüber autoritär geführten Staaten, in denen das Aussprechen unerwünschter Dinge gefährlich sein kann. Allerdings, so gestand Burns ein, schwinde dieser Vorteil momentan, da sich auch bei der CIA zunehmend eine Kultur der Vorsicht und Angst ausbreite.

Eine Kultur des «Speaking Truth to Power» hat wesentlich zwei Herausforderungen. Zum einen die Frage, ob jemand sich etwas sagen lässt. Zum anderen, ob jemand bereit ist, etwas Kritisches anzusprechen. Beides braucht Mut. Und: Beides braucht eine Kultur, in der dies nicht nur möglich ist, sondern geradezu als eine wichtige Pflicht angesehen wird.

Papst Leo als Vorreiter

Papst Leo sieht es als seine Pflicht, einen klaren Standpunkt einzunehmen, nämlich als Anwalt für den Frieden einzustehen und den Mächtigen dieser Welt entgegenzutreten. Das war in der Geschichte der katholischen Kirche nicht immer so. Lange Zeit war sie, zum Beispiel in Lateinamerika, dafür bekannt, auf Seiten der Machthaber zu stehen.

Das änderte sich signifikant Mitte des letzten Jahrhunderts. Die katholische Kirche sah sich an die Seite der Armen und Unterdrückten berufen. Dieser Wandel kostete vielen Priestern, Diakonen und Ordensleuten das Leben. Eines der bekanntesten Opfer war Oscar Romero, der 1980 in El Salvador während einer Messe im Auftrag des dortigen Militärs ermordet wurde. Romero hatte sich unermüdlich gegen die Unterdrückung der Armen, gegen Folter und Ermordungen durch die Regierung zu Wort gemeldet. Diese Kultur kostete etwas. In dieser Zeit spielte übrigens auch die CIA in Lateinamerika eine mehr als unrühmliche Rolle 4

Die Kultur in unseren Kirchen

Während die internationale Situation grosse Sorge bereitet, frage ich mich, welche Kultur wir in unseren Kirchen und Institutionen pflegen. Halten wir es aus, uns etwas sagen zu lassen? Pflegen wir in unserem Umfeld eine Atmosphäre, in der man unterschiedliche Perspektiven besprechen kann, ohne einander zu «verteufeln»?

Letztlich besteht die Frage darin, wie wir mit Komplexität und Verunsicherung umgehen. Wenn etwas zu komplex ist, versuchen wir, Dinge zu vereinfachen. Wenn wir verunsichert sind, versuchen wir, Sicherheit zu gewinnen. Das ist nur verständlich. Die Gefahr könnte dann aber sein, in unzulässiger Weise zu vereinfachen und in den vereinfachten Dingen Halt zu suchen.

Brücken zwischen Gruppen

Ich beobachte, dass die Brücken zwischen unterschiedlichen (Echo-)Gruppen, den so genannten «Bubbles», schmaler werden. Wir begnügen uns damit, uns innerhalb unserer Gruppe zu vergewissern, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Während meines Studiums begegneten mir immer wieder Aussagen von einzelnen Professoren, die von der «Opinio Communis» sprachen, der «vorherrschenden Meinung». Gemeint war damit: «Ich und alle ernstzunehmenden Theologen denken so. Wer das nicht tut, ist nicht ernst zu nehmen.»

Es fühlt sich warm und gemütlich an, wenn man sich zur «Opinio Communis» rechnet, und sehr unbehaglich, wenn man Fragen hat. Dabei sehen wir in der Rückschau, dass auch die grossen Wissenschaftler der Geschichte nur Teile der ganzen Wahrheit erkannten. Ich bin überzeugt, dass wir auch heute noch nicht ans Ende aller Erkenntnis gelangt sind, und schliesse mich dabei Paulus an, dass wir nur Teile des Ganzen erkennen. 5

Grössere Räume

Als Jesus mit seinen Jüngern umherzog, stellte er die Welt auf den Kopf: Er deckte blinde Flecken auf und kümmerte sich um die, die unter die Räder gekommen waren. Die «gute Nachricht» war anders als erwartet: Sie war ein Projekt, das zum Frieden führen sollte – zwischen Gott und Mensch, unter den Menschen und zwischen Mensch und Natur. Dort, wo Menschen sich darauf einliessen, dass Gott grösser ist, als das, was sie bisher wussten, öffneten sich neue Welten.

Ein Aufruf zur Demut

«Speaking Truth to Power» interpretiere ich als einen Aufruf zur Demut. «Truth» steht dabei für die Wahrheit, für eine Sichtweise oder Meinung. Diese Demut ist nicht nur für Regierungen und Führungspersonen, sondern grundsätzlich für unser gesellschaftliches Miteinander wichtig. Wenn ich weiss, dass ich nicht alles weiss, werde ich besser zuhören. Ich erweitere meine Möglichkeiten, Weisheit zu entdecken, wo ich sie nicht vermute. Das bedeutet nicht, dass ich keine Überzeugungen mehr habe. Ich vertrete mutig meine Meinung, bleibe mir aber bewusst, dass das, was ich als Überzeugung vertrete, nicht alles ist, was darüber gesagt werden kann.

Ich wünsche mir, dass wir insbesondere in unseren Kirchen eine Kultur prägen, in der Menschen demütig einander zuhören. Paulus schreibt: «… in Demut achte einer den andern höher als sich selbst» 6 . Das ist mit einiger Mühe verbunden, weil wir mit Unsicherheiten umgehen müssen. Letztlich ist das aber ein tiefer Ausdruck von Liebe. Und sei es sogar Feindesliebe. Dazu will uns die Liebe Gottes befähigen.


1. https://www.srf.ch/news/international/nach-kritik-des-papstes-trump-postet-ki-bild-von-sich-als-jesus-die-reaktionen. Zugriff am 15.04.2026.
2. https://www.foreignaffairs.com/podcasts/america-world-upheaval. Zugriff am 15.04.2026.
3. «Wahrheit» ist hier im Sinn von Erkenntnissen zu verstehen, die bei Analysen gewonnen wurden.
4. Ein Beispiel neben anderen ist die «Operation Condor» (vgl. https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/us-aussenpolitik-lateinamerika-kommunismus-drogen-diktatoren. Zugriff am 15.04.2026.)
5. 1. Korinther 13,12
6. Philipper 2,3

Dieser Artikel ist bereits bei Insist und im Bienenberg Magazin erschienen.
Foto von Mikhail Nilov, pexels

4. Juli 2026/0 Kommentare/von Marcus Weiand
https://christnet.ch/wp-content/uploads/2026/07/pexels-mikhail-nilov-8846007-scaled.jpg 1440 2560 Marcus Weiand https://christnet.ch/wp-content/uploads/2023/06/Logo-Christnet-2023-3240.svg Marcus Weiand2026-07-04 10:37:352026-07-04 10:39:10«Speaking Truth to Power» – Den Mächtigen die Wahrheit sagen

Die Aufstockung der Verteidigungsbudgets ist ein Vorbote des Krieges, nicht des Friedens

Gesellschaft, Politik, Umwelt, Wirtschaft
Lesezeit / Temps de lecture ~ 4 min

Si vis pacem, para bellum (Wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor). Dieses bekannte lateinische Sprichwort spiegelt die Volksweisheit wider, dass die Vorbereitung auf den Krieg der beste Weg ist, um Frieden zu sichern. Die dahinterliegende Logik lautet: Wenn Krieg droht, muss die Bevölkerung bewaffnet werden, um sich auf den Konflikt vorzubereiten, denn nur so könnten Schwache geschützt und Sicherheit für alle geschaffen bzw. aufrechterhalten werden. Diese Logik veranlasst viele Nationen dazu, ihre Militärbudgets massiv zu erhöhen.

Weiterlesen

16. März 2026/0 Kommentare/von Salome Richir-Haldemann
https://christnet.ch/wp-content/uploads/2026/03/ehmitrich-LJH9nSbkHrE-unsplash-scaled-e1773664144690.jpg 1438 2560 Salome Richir-Haldemann https://christnet.ch/wp-content/uploads/2023/06/Logo-Christnet-2023-3240.svg Salome Richir-Haldemann2026-03-16 13:18:232026-03-19 11:55:54Die Aufstockung der Verteidigungsbudgets ist ein Vorbote des Krieges, nicht des Friedens

Von relativem Pazifismus und gerechtfertigten Verteidigungskriegen

Gesellschaft, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Soziales, Theologie
Lesezeit / Temps de lecture ~ 4 min

«Ich wünschte, er würde einfach sterben», sagte mein Kollege erbittert – gemeint war der Aggressor eines grauenhaften Krieges. Diese Aussage mag zunächst schockierend wirken, denn man «darf» doch niemandem den Tod wünschen. Zudem würde der Tod eines Einzelnen kaum das Ende eines Konflikts bedeuten. Doch die Aussage bringt eine innere Spannung zum Ausdruck, mit der wir derzeit wohl alle ringen.

Auf der einen Seite steht das christliche Gebot der Feindesliebe (vgl. Mt 5-7), das uns davon abhalten sollte, andern Schlechtes zu wünschen oder ihnen Gewalt anzutun. Auf der anderen Seite steht das Wissen um das Unrecht, das geschieht – und unser ebenso christlicher Auftrag, gegen Unrecht aufzustehen und die Schwachen zu schützen (vgl. Spr 31,8-9). In manchen Fällen scheint das Nichthandeln schwerwiegendere Folgen zu haben als das Handeln.

Christliche Friedensbotschaft unabhängig von den Umständen

Laut dem Global Peace Index gibt es derzeit 56 bewaffnete Konflikte, an denen 92 Staaten ausserhalb ihrer Landesgrenzen beteiligt sind – der höchste Stand seit dem Zweiten Weltkrieg.1 Für den evangelischen Friedensbeauftragten und Pazifisten Friedrich Kramer ist klar: Kriege lassen sich durch nichts rechtfertigen, und jede militärische Unterstützung einer Kriegspartei hält diese Konflikte nur aufrecht. Er sagt: «Die christliche Friedensbotschaft hängt nicht davon ab, ob es blutrünstige Kaiser oder machtbesessene Oligarchen gibt. Die Idee der Gewaltlosigkeit Jesu überdauert all diese, auch das römische Imperium. Im Krieg sterben nicht die Mächtigen, sondern der einfache Mann. Kriege sind mörderisch und durch nichts zu rechtfertigen. All das spricht für den Pazifismus.»2

Eine radikal pazifistische Sichtweise ist geprägt vom fundamentalen Antimilitarismus.3 Sie betont die kompromisslose Gewaltlosigkeit als christliches Ideal, besonders basierend auf der Bergpredigt Jesu. Sie geht davon aus, dass Gewalt immer Gegengewalt erzeugt, das Leben heilig und Töten grundsätzlich falsch ist. Allerdings ist «der Pazifismus» kein einheitliches Konzept – unter diesem Begriff versammeln sich unterschiedliche Ansätze.

Rechtfertigt unser Auftrag, gegen Unrecht aufzustehen, auch (gewaltsame) Verteidigung?

Doch so einfach ist es nicht. Wofür sind wir als Christinnen und Christen verantwortlich? Nach Ambrosius von Mailand sind wir nicht nur für unser Handeln, sondern auch für unser Nicht-Handeln verantwortlich.4 D.h. wenn ich etwas Schlechtes verhindern könnte und das nicht tue, dann bin ich genauso verantwortlich, wie wenn ich es tue: «Denn wer nicht von seinem Mitmenschen Unrecht abwehrt, wenn er kann, ist ebenso schuldbar wie jener, der es begeht.»5 Ambrosius bezieht sich hier auf die rechtliche Ausnahmeregelung der Notwehrhilfe. Interessant ist, dass sowohl er als auch Augustinus von Hippo die Notwehr auf individueller Ebene zurückweisen, da diese bedeuten würde, das eigene Leben über das Leben des Angreifers zu stellen. Hingegen sei es etwas anderes, wenn ich in eine Situation komme und Notwehrhilfe leisten kann, denn dann stelle ich das Leben der bedrohten Person über das Leben des Angreifers, und werte somit in diesem Moment das Gebot der Nächstenliebe höher als das Gebot der Feindesliebe. Aus diesem Gedanken heraus befürworten Ambrosius und Augustinus schliesslich die Notwehr, also die (gewaltvolle) Verteidigung, auf kollektiver Ebene, abgeleitet nicht aus der Notwehr auf individueller Ebene, sondern der Notwehrhilfe.6

Wie viel wissen wir über die Folgen unseres Handelns – oder Nichthandelns?

Laut dem Philosophen Olaf Müller vertreten verantwortungsethische Pazifistinnen und Pazifisten die Haltung, dass es in den meisten Fällen deutlich schlimmer ist, auf Gewaltmittel zu setzen als auf friedliche Lösungen. Doch, so Müller, überschätzen sie sich oft: Wer kann schon zuverlässig vorhersagen, welche Massnahmen zu welchen Konsequenzen führen? Wie viele Tote es geben wird – je nach Entscheidung?

Verantwortungsethiker, die militärische Mittel befürworten, verfügen über genauso wenig Vorhersagekraft wie Pazifistinnen. An diesem Punkt tritt unser Menschenbild in den Vordergrund: Menschen mit einem eher optimistischen Menschenbild neigen eher zu pazifistischen Lösungen. Wer dagegen glaubt, dass der Mensch grundsätzlich nicht gut ist, wird dazu tendieren, Gewalt (oder deren Androhung) für notwendig zu halten, um Vernunft und Frieden zu erzwingen.

Der Streit ums Menschenbild lässt sich wissenschaftlich nicht entscheiden. Ein positives Menschenbild ist schön – doch hilft es uns durch die Härten der Realität? Ist es naiv, auf das Gute zu vertrauen, wenn rundherum aufgerüstet wird und Dialogbereitschaft fehlt?7

Relativer politischer vs. absoluter persönlicher Pazifismus?

Hier treffen zwei Prinzipien aufeinander: das Gebot absoluter Gewaltfreiheit und das Gebot absoluter Liebe. Es ist ehrenwert, wenn Christinnen und Christen auf jede Form von Gegengewalt verzichten und dabei sogar Gefahren für ihr eigenes Leben in Kauf nehmen. Aber können sie diese Entscheidung auch für andere – oder für eine ganze Gesellschaft – treffen?

Sollte man nicht im Einzelfall prüfen, ob etwa defensive Waffen (und nur defensive!) dazu beitragen können, Leid in einem Kriegsgebiet zu begrenzen und zu einem raschen, dauerhaften Ende der Kampfhandlungen beizutragen?8 Jedoch erst, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft, es keine nicht-militärische Handlungsoptionen mehr gibt und parallel noch immer diplomatische Verhandlungen geführt werden?

Für mich bleibt das ein schwieriger Gedanke. Ausserdem würde ich gerne, obwohl das vielleicht naiv ist, mein optimistisches Menschenbild aufrechterhalten. Doch hilft diese Einstellung in der aktuellen Lage?

Christliche Hoffnung in den Spannungen dieser Welt

Kant sagte einst, der Friede sei nie gegeben – man müsse ihn aktiv schaffen.9

Die Spannungen, die uns heute beschäftigen, werden uns vermutlich weiterhin begleiten. Und doch haben wir Hoffnung und eine Verheissung: «Er wird richten unter vielen Völkern und zurechtweisen mächtige Nationen bis in die Ferne. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Kein Volk wird mehr das Schwert gegen ein anderes erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.» (Micha 4,3)


1. Vision of Humanity. (2024). Highest number of countries engaged in conflict since World War II.
https://www.visionofhumanity.org/highest-number-of-countries-engaged-in-conflict-since-world-war-ii/. Abgerufen am 18.05.2025.

2. pro Medienmagazin. (2022). Friedrich Kramer: „Waffen schaffen keine Gerechtigkeit“.
https://www.pro-medienmagazin.de/friedrich-kramer-waffen-schaffen-keine-gerechtigkeit/. Abgerufen am 18.05.2025.

3. Evangelische Aspekte. (o. J.). Pazifismus – verschiedene Konzepte.
https://www.evangelische-aspekte.de/pazifismus-konzepte/. Abgerufen am 18.05.2025.

4. SRF Kultur. (2022). Europa rüstet auf – kommt so der Frieden? | Sternstunde Philosophie. [YouTube-Video, ab Minute 34:20].
https://www.youtube.com/watch?v=b34_dOWp9ts Abgerufen am 18.05.2025.

5. Ambrosius von Mailand. De Officiis Ministrorum. Erstes Buch: Vom Sittlichguten, Kapitel XXXVY (179).

6. Bewegung Plus Bern. (2025). Spannungsfeld: Krieg und Frieden – Gottesdienst vom 18.05.2025 mit Patrik Hofstetter. [YouTube-Video, ab Minute 36:05]. https://www.youtube.com/watch?v=ktuLfnLv4CM Abgerufen am 18.05.2025.

7. SRF Kultur. (2022). Europa rüstet auf – kommt so der Frieden? | Sternstunde Philosophie. [YouTube-Video, ab Minute 8:45].
https://www.youtube.com/watch?v=b34_dOWp9ts Abgerufen am 18.05.2025.

8. https://www.evangelische-aspekte.de/pazifismus-konzepte/

9. SRF Kultur. (2022). Europa rüstet auf – kommt so der Frieden? | Sternstunde Philosophie. [YouTube-Video, ab Minute 27:00].
https://www.youtube.com/watch?v=b34_dOWp9ts Abgerufen am 18.05.2025.


Dieser Artikel erschien zuerst im Gerechtigkeitslab bei StopArmut. ChristNet ist Mitglied des Trägerkreises der StopArmut-Konferenz, die am 1. November 2025 stattfindet.

Titelbild von lummi.ai

4. Juni 2025/1 Kommentar/von Anja Eschbach
https://christnet.ch/wp-content/uploads/2025/06/QmZzywdYECq4eVti4WRDRa2kCasTR6eLx1YrSAWpiopKej.jpg 2132 1500 Anja Eschbach https://christnet.ch/wp-content/uploads/2023/06/Logo-Christnet-2023-3240.svg Anja Eschbach2025-06-04 11:10:412025-06-04 11:25:32Von relativem Pazifismus und gerechtfertigten Verteidigungskriegen

Brücken für globale Gerechtigkeit bauen

Gerechtigkeit, Gesellschaft, Nächstenliebe, Soziales
Lesezeit / Temps de lecture ~ 3 min

Wie kann ich als Christin oder Christ aktiv werden?

Der Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden ist tief in der christlichen Tradition verankert. Doch schauen wir heute um uns und auf die Welt, ist diese von sozialen Konflikten, Armut bis hin zu bewaffneten Auseinandersetzungen geprägt. Wie kann ich als Christin oder Christ dazu beitragen, dem Shalom, Gottes grossem Friedensprojekt für uns Menschen, näherzukommen?

Der Prophet Micha rief bereits vor über 2500 Jahren zum sozialen Engagement zugunsten der Gerechtigkeit auf: «Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was Gott von dir erwartet: Gerechtigkeit üben, Gemeinschaftssinn lieben und aufmerksam mitgehen mit deinem Gott.» (Micha 6,8) Diese Worte haben bis heute nichts an ihrer Bedeutung verloren, denn wo wir auch hinschauen, ist unsere Gesellschaften von tiefen Kluften zwischen den Menschen geprägt. Oft spielen dabei Merkmale wie soziale Herkunft, Kultur, Geschlecht, Religion, politische Überzeugung oder Eigentum eine Rolle. Diese Kluften und das Macht- und Profitstreben einzelner Gruppen führen nicht selten zu bewaffneten Konflikten, die mit unbeschreiblichem Leid für Millionen von Menschen verbunden sind. Denken wir zum Beispiel an die Sahelzone, Israel/Palästina, Syrien, die Ukraine, Haiti oder Afghanistan, um nur einige der aktuellen Krisen zu nennen.

Gleiche Chancen für alle

Im christlichen Verständnis hat Gott allen Menschen die gleiche Würde mit auf den Weg gegeben. Daraus leitet sich das Prinzip der Chancengerechtigkeit ab. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte beginnt mit folgendem Artikel: «Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.» (AEMR, 1. Artikel) Die Staaten verpflichten sich dadurch, allen Menschen die gleichen Chancen und Möglichkeitenzu bieten. Und auf individueller Ebene ist uns geboten, unseren Mitmenschen gleichberechtigt und mit Respekt gegenüberzutreten. Jesu Prinzip der Nächstenliebe stellt genauso respektvolle Beziehungen zwischen den Menschen ins Zentrum sowie das sich gegenseitige Unterstützen.

Sich für die «anderen» interessieren

Doch was kann ich als Christin oder Christ konkret gegen Ungerechtigkeit um mich herum und weltweit unternehmen? Gott sieht für jede und jeden von uns eine spezifische Rolle im Leben vor. Indem wir in uns gehen und Gott zu uns sprechen lassen, können wir herausfinden, was diese Aufgabe ist und welche Bedeutung sie für das friedliche Zusammenleben in der Gemeinschaft hat. Wenn ich mich für mein Gegenüber interessiere, hilft mir das, Vorurteile bezüglich jenen, die «anders» sind, abzubauen. Zum Beispiel kann ich mit einer Frau,die aus einem Konfliktgebiet flüchten musste, ins Gespräch kommen und so beginnen, mich mit globaler Gerechtigkeit zu befassen. Indem ich Empathie gegenüber diskriminierten Menschen zeige, beginne ich mich für eine Gesellschaft zu öffnen, in der Respekt und Liebe gelebt werden sollen und in der der Glaube und die Hoffnung nach Shalom unter den Menschen weiter gedeihen können.


Gott sieht für jede und jeden von uns eine spezifische Rolle im Leben vor. Indem wir in uns gehen und Gott zu uns sprechen lassen, können wir herausfinden, was diese Aufgabe ist und welche Bedeutung sie für das friedliche Zusammenleben in der Gemeinschaft hat.


Was haben Krisen in anderen Ländern mit mir zu tun?

Um global einen Beitrag zu leisten, hilft es sicherlich, neugierig zu sein und Menschen aus anderen Kulturen kennenzulernen, sich über das politische Geschehen anderswo zu informieren und sich zu fragen, was Krisen in anderen Ländern mit mir zu tun haben. Denn es reicht nicht, dass es uns persönlich gut geht, wir sollten uns als Christinnen und Christenauch international solidarisch zeigen. Denken wir zum Beispiel an Grosskonzerne, die ihren Sitz in derSchweiz haben und Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden aufgrund ihrer Aktivitäten im Ausland tragen. Die Koalition für Konzernverantwortung, der die Kampagne StopArmut angehört, setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass der Staat solche Konzerne für die Einhaltung der Menschenrechte und den Umweltschutz in die Pflicht nimmt. Die globale Vernetzung ist dabei eine Chance, sich gemeinsam mit anderen zu engagieren und Brücken zu bauen.

Auch ich kann Brückenbauerin oder -bauer sein

In der «Ge-Na Studie» zu Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit (www.glaubeklimahoffnung.net), an der rund 2500 Christinnen und Christen aus der Schweiz und Deutschland mitgemacht haben, stimmten über 90 Prozent der Befragten zu, dass sie der christliche Glaube motiviere, sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Dieses Ergebnis ist ermutigend und fordert uns auf, diesen Weg weiterzugehen. Persönlich kann ich als Brückenbauerin oder -bauer für das friedliche Zusammenleben dienen, indem ich respektvolle Beziehungen mit meinen Nächsten pflege und wenn nötig auch für sie einstehe, egal welche Kultur sie haben oder ob sie arm oder reich sind. Der nächste Schritt ist nicht weit entfernt: sich auch auf gesellschaftlicher und politischer Ebene für die Menschenrechte und den Frieden auszusprechen. Denn um dem Shalom als Frucht der Gerechtigkeit näherzukommen, braucht es das gemeinsame Engagement von uns allen.


Dieser Artikel wurde von Katia Aeby, Verantwortliche für Kommunikation & Marketing bei Interaction, verfasst und stammt aus dem ERF Medien Magazin September 2024, dem monatlich erscheinenden Printmagazin von ERF Medien. www.erf-medien.ch

Foto von Azzedine Rouichi auf Unsplash

25. September 2024/0 Kommentare/von Katia Aeby
https://christnet.ch/wp-content/uploads/2024/09/azzedine-rouichi-im1dBoQMEh0-unsplash-scaled.jpg 1707 2560 Katia Aeby https://christnet.ch/wp-content/uploads/2023/06/Logo-Christnet-2023-3240.svg Katia Aeby2024-09-25 15:52:442024-09-25 15:58:47Brücken für globale Gerechtigkeit bauen

Ein Beitrag von

Spenden

für eine Stimme der Nächstenliebe

ChristNet bietet Raum für Dialog, Inspiration und den gemeinsamen Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Frieden.

Jetzt für unsere Mission spenden

Hier ist auch Dein Input gefragt. Was ist Dein Thema? Worüber hast Du Dir Gedanken gemacht? Welche Aktualität möchtest Du aus dem Blickwinkel der Nächstenliebe kommentieren? Mach mit! Setze einen Kommentar unter den Artikel oder schreibe einen eigenen!

Hast du Vorschläge für eine bessere Übersetzung? Nimm in diesem Fall Kontakt mit uns auf! Wir freuen uns über deine Inputs und nehmen diese gerne in den Text auf. Danke!

Verwandte Artikel

  • Gemeinsamer Aufstand gegen die Armut21. September 2026 - 17:21
  • Dietrich Bonhoeffer – Zeuge christlicher Gewaltfreiheit14. September 2026 - 10:00
  • Ernährungsinitiative: Politisch kaum unterstützt und doch relevant10. September 2026 - 13:00
  • Neutralität im Dienste der Menschen, nicht des Geschäfts!7. September 2026 - 9:20
  • Podcast: Warum «christlicher Nationalismus» ein Widerspruch in sich ist20. August 2026 - 13:00

Kontakt
Trägerverein ChristNet
3000 Bern

info@christnet.ch

CH61 0900 0000 3072 3995 2

Impressum

Spenden
ChristNet wird grösstenteils über deine Einzelspenden finanziert. Falls Du uns unterstützen möchtest, klicke hier.

Newsletter
Angesprochen? Wenn Dich unsere Vision anspricht, kannst du regelmässig unsere Infos und Einladungen erhalten. Jetzt Newsletter abonnieren

Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen

Ich bin damit einverstanden, dass Christnet Tracking-Technologien von Drittanbietern verwendet, um personenbezogene Daten zu verarbeiten, ein Benutzerprofil zu erstellen und mir interessenbezogene Werbung anzuzeigen. Ich kann meine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen (unten links auf das Schloss klicken). Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung.

J'accepte que Christnet utilise des technologies de suivi de tiers pour traiter des données personnelles, créer un profil d'utilisateur et m'afficher des publicités basées sur mes centres d'intérêt. Je peux révoquer mon consentement à tout moment avec effet pour l'avenir (cliquer sur le cadenas en bas à gauche). Vous trouverez ici notre déclaration de protection des données.

Verweigern/RefuserAkzeptieren/AccepterCookie-Einstellungen/Paramètres des cookies

Cookie- und Privatsphäreeinstellungen/Paramètres de cookies et de confidentialité



Wie wir Cookies verwenden/Comment nous utilisons les cookies

Wir können Cookies anfordern, die auf Ihrem Gerät eingestellt werden. Wir verwenden Cookies, um uns mitzuteilen, wenn Sie unsere Websites besuchen, wie Sie mit uns interagieren, Ihre Nutzererfahrung verbessern und Ihre Beziehung zu unserer Website anpassen.

Klicken Sie auf die verschiedenen Kategorienüberschriften, um mehr zu erfahren. Sie können auch einige Ihrer Einstellungen ändern. Beachten Sie, dass das Blockieren einiger Arten von Cookies Auswirkungen auf Ihre Erfahrung auf unseren Websites und auf die Dienste haben kann, die wir anbieten können.

Nous pouvons demander des cookies qui sont configurés sur votre appareil. Nous utilisons des cookies pour nous dire quand vous visitez nos sites web, comment vous interagissez avec nous, pour améliorer votre expérience d'utilisateur et pour personnaliser votre relation avec notre site web.

Cliquez sur les différents titres de catégories pour en savoir plus. Vous pouvez également modifier certains de vos paramètres. Notez que le blocage de certains types de cookies peut avoir un impact sur votre expérience sur nos sites web et sur les services que nous pouvons offrir.

Wichtige Website Cookies/Cookies importants du site web

Diese Cookies sind unbedingt erforderlich, um Ihnen die auf unserer Website verfügbaren Dienste zur Verfügung zu stellen und einige ihrer Funktionen zu nutzen.

Da diese Cookies zur Bereitstellung der Website unbedingt erforderlich sind, können Sie sie nicht ablehnen, ohne die Funktionsweise unserer Website zu beeinträchtigen. Sie können sie blockieren oder löschen, indem Sie Ihre Browsereinstellungen ändern und das Blockieren aller Cookies auf dieser Website erzwingen.

Ces cookies sont strictement nécessaires pour vous fournir les services disponibles sur notre site et pour utiliser certaines de ses fonctionnalités.

Ces cookies étant strictement nécessaires à la fourniture du site, vous ne pouvez pas les refuser sans affecter le fonctionnement de notre site. Vous pouvez les bloquer ou les supprimer en modifiant les paramètres de votre navigateur et en forçant le blocage de tous les cookies sur ce site.

Google Analytics Cookies/Cookies Google Analytics

Diese Cookies sammeln Informationen, die entweder in aggregierter Form verwendet werden, um zu verstehen, wie unsere Website genutzt wird oder wie effektiv unsere Marketingkampagnen sind, oder um uns zu helfen, unsere Website und Anwendung für Sie anzupassen, um Ihre Erfahrung zu verbessern.

Wenn Sie nicht möchten, dass wir Ihren Besuch auf unserer Website verfolgen, können Sie das Tracking in Ihrem Browser hier deaktivieren:

Ces cookies collectent des informations qui sont utilisées soit sous forme agrégée pour comprendre comment notre site web est utilisé ou quelle est l'efficacité de nos campagnes de marketing, soit pour nous aider à personnaliser notre site web et notre application pour vous afin d'améliorer votre expérience.

Si vous ne souhaitez pas que nous suivions votre visite sur notre site, vous pouvez désactiver le tracking dans votre navigateur ici :

Andere externe Dienste/Autres services externes

Wir verwenden auch verschiedene externe Dienste wie Google Webfonts, Google Maps und externe Videoanbieter. Da diese Anbieter möglicherweise personenbezogene Daten wie Ihre IP-Adresse sammeln, können Sie diese hier blockieren. Bitte beachten Sie, dass dies die Funktionalität und das Erscheinungsbild unserer Website stark beeinträchtigen kann. Änderungen werden wirksam, sobald Sie die Seite neu laden.

Google Webfont-Einstellungen:

Google Karteneinstellungen:

Vimeo und Youtube Video bettet ein:

Nous utilisons également différents services externes tels que Google Webfonts, Google Maps et des fournisseurs de vidéos externes. Comme ces fournisseurs peuvent collecter des données personnelles telles que votre adresse IP, vous pouvez les bloquer ici. Veuillez noter que cela peut fortement affecter la fonctionnalité et l'apparence de notre site web.

Les modifications prennent effet dès que vous rechargez la page.

Paramètres de Google Webfont :

Paramètres de la carte Google :

Vimeo et Youtube Vidéo intégrée :

Datenschutz-Bestimmungen/Dispositions relatives à la protection des données

Sie können unsere Cookies und Datenschutzeinstellungen im Detail auf unserer Datenschutzrichtlinie nachlesen.

«Speaking Truth to Power» – Den Mächtigen die Wahrheit sagen

Vous pouvez consulter nos cookies et nos paramètres de confidentialité en détail sur notre politique de confidentialité.

«Speaking Truth to Power» – Den Mächtigen die Wahrheit sagen
Einstellungen übernehmen/Appliquer les paramètres
Nachrichtenleiste öffnen Nachrichtenleiste öffnen Nachrichtenleiste öffnen