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Woche 4 – 2.-8. Oktober

Besinnung

«Löst die Fesseln der Menschen, die ihr zu Unrecht gefangen haltet, befreit sie vom drückenden Joch der Sklaverei, und gebt ihnen ihre Freiheit wieder! Schafft jede Art von Unterdrückung ab! … Eure barmherzigen Taten gehen vor euch her, meine Macht und Herrlichkeit beschliesst euren Zug.» (Jesaja 58,6-8)

«Fasten» bedeutet im Volksmund «eine Zeit lang nicht essen, auf Genussmittel verzichten». In diesem Bibeltext, in dem Jesaja das «wahre Fasten» ausruft, geht es aber um viel mehr: um Menschen, die in Not sind, sei es wegen ungerechter Behandlung, sei es wegen andern Gründen. «Verschliesst nicht die Augen vor den Nöten eurer Mitmenschen» – das ist eine klare Aussage!

Politische Betrachtung

In einem politischen Umfeld, in dem Geiz als geil gilt und oft eine Gewinnermentalität vorherrscht, gibt uns die Bibel den Auftrag, Lösungen zu suchen, die den leidenden Mitmenschen (in unserm Land oder weltweit) dienen. Das bedeutet z. B. Lohngleichheit für gleiche Leistung zwischen Männern und Frauen. Steuern erheben, wo Menschen leicht zu Vermögen kommen, und damit das Los der minder Bemittelten erleichtern. Sich für gerechten Handel einsetzen, d.h. darauf achten, dass wir Waren kaufen, die fair produziert und gehandelt werden, aber sich auch für faire internationale Handelsregeln einsetzen. Entsprechend können wir auch Einfluss nehmen auf Politiker, die wir ins Parlament wählen.

Fragen

·         Wie kann ich mein Vermögen (teilweise) einsetzen, damit es den Ärmeren zugute kommt?

·         In welchen Bereichen kann ich fair produzierte Waren kaufen (und mehr bezahlen), anstatt im Grossverteiler günstig einzukaufen?

·         Werde ich mich erkundigen, welche Politiker, die ich wähle, von der Barmherzigkeit Gottes ergriffen sind?

Gebet (Bibeltexte s. links)

§  Sonntag, 2.10.: Jesaja 58,61
Zeige uns Schweizer ChristInnen, wo bei uns Menschen unterdrückt werden – z. B. Menschen bestimmter Gruppen, die abgewertet werden –; zeige uns, wie wir sie befreien können.

§  Montag, 3.10.: Jesaja 58,72
Zeige uns Schweizer ChristInnen, wo die Hilfsbedürftigen in unserer näheren und weiteren Umgebung sind – z.B. alte Menschen, Menschen mit einem geringen Einkommen –, dass wir ihnen das geben, was ihnen jetzt weiterhilft.

§  Dienstag, 4.10.: Jesaja 58,83
Zeige uns Schweizer ChristInnen, wo die Wunden in unserm Volk sind: Zweifel, dass es die Verantwortlichen gut mit uns meinen, Angst für unsere Kinder und Grosskinder, Angst im Blick auf unsere Altersvorsorge.
Wirf diese Sorgen auf den Herrn.

§  Mittwoch, 5.10.: Psalm 25,74
Vergib mir, meiner Familie und unserem Land unsere unbarmherzigen Haltungen [konkrete Beispiele aufzählen];ich und wir sind auf Dein Erbarmen angewiesen, damit wir überleben können.
Nimm Dir Zeit für einen Vergebungsprozess – für Dich und die Verantwortlichen.

§  Donnerstag, 6.10.: Lukas 10,25-375
Gib uns SchweizerInnen Augen, die den Überfallenen sehen, und zeige uns, was zu tun ist, damit er zum Leben kommt; führe unser Land so, dass wir gerechten Gesetzen zum Durchbruch verhelfen; mach uns bereit, auch vom Fremden zu hören, was zu tun ist!

§  Freitag, 7.10.: Lukas 15,206
Bewege die Schweizer PolitikerInnen, der Barmherzigkeit Raum zu geben.
Der Vater im Gleichnis nahm den rückkehrenden Sohn voller Mitleid auf – «sein Inneres kam in Bewegung». Sei offen dafür, dass der Herr Dein Inneres in Bewegung bringt.

§  Samstag, 8.10.: Matthäus 5,77
Hilf uns SchweizerInnen, diese Wahrheit tiefer zu verstehen: dass uns eine barmherzige Haltung offen macht für Deine Barmherzigkeit.
Wenn Du barmherzig bist, hast Du eine grosse Verheissung – Du wirst selber Barmherzigkeit erfahren.

 


1. Jesaja 58,6: «Nein – ein Fasten, das mir gefällt, sieht anders aus: Löst die Fesseln der Menschen, die ihr zu Unrecht gefangen haltet, befreit sie vom drückenden Joch der Sklaverei, und gebt ihnen ihre Freiheit wieder! Schafft jede Art von Unterdrückung ab!»

2. Jesaja 58,7: «Gebt den Hungrigen zu essen, nehmt Obdachlose bei euch auf, und wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft, gebt ihm Kleider! Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen!»

3. Jesaja 58,8: «Dann wird mein Licht eure Dunkelheit vertreiben wie die Morgensonne, und in kurzer Zeit sind eure Wunden geheilt. Eure barmherzigen Taten gehen vor euch her, meine Macht und Herrlichkeit beschließt euren Zug.»

4. Psalm 25,7: «Vergib mir die Sünden meiner Jugendzeit und vergiss meine mutwilligen Vergehen! Erinnere dich an deine Barmherzigkeit und sei mir gnädig!»

5. Lukas 10,25-37: «Da stand ein Schriftgelehrter auf, um Jesus eine Falle zu stellen. „Lehrer“, fragte er scheinheilig, „was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?“ … Jesus antwortete ihm mit einer Geschichte: … „Dann kam einer der verachteten Samariter vorbei. Als er den Verletzten sah, hatte er Mitleid mit ihm.“ …»

6. Lukas 15,20: «Er machte sich auf den Weg und ging zurück zu seinem Vater. Der erkannte ihn schon von weitem. Voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.»

7. Matthäus 5,1: «Glücklich sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren.»

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Woche 5 – 9.-15. Oktober

Besinnung

«Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird Euch das alles zufallen!» (Matthäus 6,33)

Jesus verspricht uns, für uns zu sorgen, damit wir frei sind, am Reich Gottes zu bauen. Unsere erste Priorität soll die Liebe zu Gott und zum Nächsten sein. Das heisst auch, Gerechtigkeit zu schaffen und nicht unseren eigenen Interessen nachzujagen (Jesaja 58). Wenn wir uns ständig um unser eigenes Wohl und das Wohl unseres Landes sorgen müssen, kann uns Gott nicht gebrauchen. Auch nicht uns als Land, denn «nach all dem trachten die Heiden [die Nationen]»(Matthäus 6,32).

Vor Allem warnt Er uns, Reichtümer anzuhäufen. Nicht nur, weil wir sonst unser Herz an den Reichtum hängen würden statt an Gott. Aber eben auch, weil wir dann keine Zeit mehr für unsere Nächsten haben und nur unser Eigeninteresse verfolgen.

Solange wir in dieser Welt leben, haben wir tatsächlich menschliche Ängste. Darin stehen wir aber nicht alleine. Jesus spricht uns zu: «… seid getrost, ich habe die Welt überwunden.» (Johannes 16,33)

Politische Betrachtung

Die Schweiz wird immer reicher, hat aber grosse Angst um das eigene Wohl und klammert sich an den eigenen Wohlstand. Politisch hat in der Schweiz das Wirtschaftswachstum, die Anhäufung von Reichtum, Priorität. Macht uns das nach Matthäus 6,32 nicht zu einer heidnischen Nation?

Aus Angst davor, nicht genug zu haben, werden bedürftige Gruppen (Arbeitslose, IV-Bezüger, Asylsuchende, der arme Süden usw.) in der öffentlichen Debatte angegriffen. Es herrscht der Grundsatz des Misstrauens dem Nächsten gegenüber, v.a. wenn dieser auf unsere Steuermittel angewiesen ist.

Auch die Angst vor Kriminalität hat in den letzten zehn Jahren stark zugenommen, obwohl statistisch kaum mehr Verbrechen begangen werden (mit Ausnahme einzelner Kategorien von Gewalt). Dabei spielen die Medien eine wichtige Rolle: Im Kampf um die Auflagen- und Zuschauerzahlen rücken sie die Schreckensbotschaften in den Vordergrund. Auch wir ChristInnen lassen uns bisweilen vom Angstfieber anstecken und folgen einem unbiblischen Menschenbild, wonach es der Nächste in jedem Fall schlecht meint. Demgegenüber traut die Bibel Christen und Nichtchristen gutes (und schlechtes) Verhalten zu (Römer 2,14f.).

Fragen

– Wo ist meine Einstellung dem Nächsten gegenüber von Misstrauen geprägt? Zu Recht oder zu Unrecht?

– Wo stelle ich meine Interessen oder die Interessen der Schweiz über diejenigen der Schlechtergestellten?

Gebet

– Sonntag, 9.10.: Johannes 16,331
Hilf uns Schweizer ChristInnen, unsere Angst bei Dir auszudrücken und abzulegen und getrost zu sein, d. h. darauf zu vertrauen, dass Deine Liebe grösser ist als unsere Angst.

– Montag, 10.10.: Römer 2,142
Verhilf uns Schweizer ChristInnen zu einem korrekten Menschenbild; schütze uns vor christlicher Überheblichkeit und vor dem Glauben, Nichtchristen seien grundsätzlich schlechter als wir.

– Dienstag, 11.10.: Lukas 10,25-373
Hilf uns SchweizerInnen, die Angst und das Misstrauen dem Nächsten, unserem Mitbürger gegenüber abzulegen.

– Mittwoch, 12.10.: Lukas 10,334
Hilf uns, die Nöte und Bedürfnisse unserer Mitbürger wirklich wahrzunehmen; hilf uns, unsere Barrieren und Vorurteile zu überwinden und unsere Nächsten wirklich kennenzulernen.

– Donnerstag, 13.10.: Römer 13,35
Hilf uns zu sehen, dass der Staat nicht ein Feind ist, der uns einschränkt, sondern dass wir alle den Staat bilden; hilf uns, konstruktiv zum Wohle aller beizutragen.

– Freitag, 14.10.: Matthäus 6,326
Hilf uns zu sehen, dass Du uns immer genug gibst und dass wir uns ohne Sorge um unser eigenes Wohl Gottes Gerechtigkeit widmen können.

– Samstag, 15.10.: Matthäus 25,357
Hilf uns SchweizerInnen, die Fremden in erster Linie als Menschen zu sehen, die von Dir genauso geliebt sind. Hilf uns, nicht nur Integration zu fordern, sondern ihnen auch dabei zu helfen.

Links

Politik der Hoffnung statt Politik der Angst: http://www.christnet.ch/Home.aspx?docid=950&lang=de&topmenu=Politics

 


1. Johannes 16,33: «In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.»

2. Römer 2,14: «Denn wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz fordert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz.»

3. Lukas 10,30-37: «… Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber…»

4. Lukas 10,33: «Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn.»

5. Römer 13,3: «Denn vor denen, die Gewalt haben, muss man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten.»

6. Matthäus 6,32: «Denn Euer himmlischer Vater weiss, dass Ihr all dessen bedürft.»

7. Matthäus 25,35: «Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.»

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Woche 3 – 25. September-1. Oktober

Besinnung

«Gott hat die Macht, euch so reich zu beschenken, dass ihr nicht nur jederzeit genug habt für euch selbst, sondern auch noch anderen reichlich Gutes tun könnt. Dann gilt von euch, was in den Heiligen Schriften steht: “Grosszügig gibt er den Bedürftigen; seine Wohltätigkeit wird in Ewigkeit nicht vergessen werden“» (2. Korinther 9,6-9)

Wer von uns sorgt sich nicht manchmal darum, ob genügend Geld da ist? Ob er sich diesen oder jenen Wunsch erfüllen kann? Oder ob das Geld überhaupt für die Grundbedürfnisse reicht? Wir brauchen uns nicht zu sorgen. Gott ist der Versorger. Er beschenkt uns.

Er will aber nicht nur uns beschenken, sondern alle Menschen. Durch uns. Er gibt uns genug, um grosszügig mit den Bedürftigen zu teilen. Dabei entsteht eine «Win-Win-Situation»: Die Bedürftigen erhalten die nötige Lebensgrundlage, und es nützt auch uns: Der Wohlstand – und vor allem die Gier danach – kann uns nämlich von Gott trennen. Indem wir uns vom Wohlstand trennen, weisen wir ihn an den rechten Platz und befreien uns von einem Hindernis zur Lebensfülle.

Politische Betrachtung

«Die Wirtschaft ist’s, Blödmann!» Dieser Satz aus Clintons Wahlkampf ist zum geflügelten Wort geworden. Es besagt: Wer einen Wahlkampf gewinnen will, stellt die Wirtschaft ins Zentrum. Eine Politikerin, die kein Wachstum verspricht, gewinnt auch nicht. In der Schweiz steht dieser Wert, finanzielle Sicherheit, ganz oben auf der Prioritätenliste.

Die Schweiz hat einen Wohlstand erreicht, von dem (fast) alle anderen Länder nur träumen können und ist weltweit eines der wichtigsten Zentren für finanzielle Dienstleistungen. Das ist ein Geschenk, eine Aufgabe, aber auch eine Gefahr. Das wird immer dann deutlich, wenn wir dem Wohlstand zu viel opfern. So z.B. wenn unsere Banken unsaubere Gewinne einfahren, wo sie nur können, während die Politik zahnlos dazu lächelt, ohne etwas entgegen zu stellen (Bankgeheimnis, «Too big to fail» usw.).

Auch sehr heikel ist es, dass Unternehmen die Politik mit Parteispenden in Millionenhöhen steuern. Die Schweiz ist das einzige demokratische Land, das keine Regelung zur Parteienfinanzierung kennt.

Der einleitende Bibeltext zeigt: Wir sollen nicht «Mammon» den Ton angeben lassen. Unser einziger Chef sitzt im Himmel. Er kann unsere Angst vor dem «Zuwenig» mit einer Leidenschaft für das Teilen ersetzen. Bis in die Politik.

Fragen

·         Was für Werte opfere ich für das wirtschaftliche Wohlergehen der Schweiz?

·         Für welche Art der Grosszügigkeit könnte ich mich politisch einsetzen?

Gebet

§  Sonntag, 25.9.: 1. Timotheus 6,181
Hilf uns SchweizerInnen, die Bedürfnisse der Mittellosen über die Wohlstandsmehrung für die Satten zu stellen.

§  Montag, 26.9.: Jeremia 22,13[^2]
Hilf uns SchweizerInnen, ein klares Ja zu legalen und moralischen Geschäftspraktiken zu finden, und segne besonders die Banken und Rohstofffirmen, die dieses Ja unter Verzicht auf grössere Gewinne umsetzen.

§  Dienstag, 27.9.: 3. Mose 19,153
Hilf uns SchweizerInnen, damit Geld keinen politischen Einfluss kaufen kann und verschaffe Du höchstpersönlich den Menschen ohne Geld eine starke Stimme im Parlament.

§  Mittwoch, 28.9.: Matthäus 6,244
Hilf uns SchweizerInnen, den Markt für das Wohl der Menschen zu nutzen, und stürze Du den Markt vom Thron, da wo er zum Gott geworden ist.

§  Donnerstag, 29.9.: Matthäus 6,335
Sei Du unser Versorger, schenke unserem Land die Sicherheit und das wirtschaftliche Gelingen, das wir zum Leben brauchen, und uns das Vertrauen, dass du es tust.

§  Freitag, 30.9.: Jesaja 25,46
Wir bitten Dich um Schutz für Menschen, die unter Nahrungsmittel- und Rohstoffspekulation von Firmen mit Sitz in der Schweiz leiden. Bringe Licht in die komplexen Zusammenhänge der Weltmärkte, die das Verständnis der PolitikerInnen oft übersteigen.

§  Samstag, 1.10.: Amos 5,247
Wir bitten Dich, dass in der politischen Debatte um Steuersenkungen, Steuerhinterziehung und Steuerwettbewerb die Stimme der Gerechtigkeit den Sieg davon trägt.

 


1. 1. Timotheus 6,18: «Sie sollen Gutes tun, freigebig sein und ihren Reichtum gerne mit anderen teilen.»

2. Jeremia 22, 13: «Weh dem, der sein Haus mit Sünden baut und seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt und gibt ihm seinen Lohn nicht.»

3. 3. Mose 19,15: «Wenn ihr einen Rechtsfall zu entscheiden habt, dann haltet euch streng an das Recht. Bevorzugt weder den Armen und Schutzlosen noch den Reichen und Mächtigen.»

4. Matthäus 6,24: «Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.»

5. Matthäus 6,33: «Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt, und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit all dem anderen versorgen.»

6. Jesaja 25,4: «Für alle, die arm und hilflos sind, bist du eine Zuflucht in Zeiten der Not, ein Schutzdach bei kalten Regengüssen, ein Schatten bei heisser Sonnenglut.»

7. Amos 5,24: «Sorgt lieber dafür, dass jeder zu seinem Recht kommt! Recht und Gerechtigkeit sollen das Land erfüllen wie ein Strom, der nie austrocknet.»

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Woche 2 – 18.-24. September

Besinnung

«Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.» 2. Mose 22,20

«Diese alle [die Glaubenshelden] … haben bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind.» Hebräer 11,13

Das Alte Testament gebietet an Dutzenden von Stellen, den Fremdling zu schützen. Gott zählt die Ausländer zu den besonders Schutzbedürftigen. Das wird damit begründet, dass Israel selber fremd gewesen ist (s. o.). Jakob war ja mit seinen Söhnen als Wirtschaftsflüchtling nach Ägypten ausgewandert. (1. Mos. 42ff.)

Im Neuen Testament erscheint Gottes Haltung noch deutlicher: Er kommt als Fremdling in Seine Schöpfung (Joh. 1,11). Und Jesus ruft seine Jünger auf, mit ihm zusammen fremd zu sein: Sie sind zwar in der Welt, aber nicht von der Welt (Joh. 17,11+14). Die Stelle im Hebräer drückt das prägnant aus (s. o.). Als «Gäste auf Erden» sind wir Schweizer ChristInnen Ausländer in der Schweiz! Das macht uns demütig, und wir können ein besonderes Verständnis für unsere ausländischen Mitmenschen entwickeln.

Jesus hat es klar gemacht: Mit Seiner Liebe befähigt er uns, unsere Ängste vor dem Fremden zu überwinden. Ganz gewiss lässt uns Gott nicht im Stich, wenn wir Seinem Gebot folgen und die Ausländer freundlich aufnehmen.

Politische Betrachtung

Im politischen Umfeld wird das Thema Ausländer mehrheitlich negativ dargestellt: Überfremdung, Arbeitsplätze, schwache Integration, Kriminalität. So drücken sich Sorgen aus, die die Politik ernst nehmen muss, wenn sie sachlich begründet sind. Leider werden nur selten die positiven Seiten angesprochen: kulturelle Errungenschaften (Musik), Innovationskraft (Nicolas Hayek), Lebensfreude, Lebensmittel (Kebab!) usw.

So hat das Stimmvolk die Ausländerpolitik in den letzten Jahren stark verschärft.[1] Konkret gibt es heute sogar Bestrebungen, das Antirassismusgesetz abzuschaffen. Der einzige logische Grund dafür wäre, so ganze Volksgruppen ungestraft (vor-)verurteilen zu können. Als Christen sollen wir den Einzelnen aber nicht nach seiner Volkszugehörigkeit beurteilen.

Fragen

·        Was macht mir Angst im Zusammenhang mit Ausländern? Was Freude?

·        Wie kann ich Ausländern gegenüber Gottes Gastfreundschaft ausleben? Persönlich, mit meiner Gemeinde, in der Politik?

Gebet

§         Sonntag, 18.9.: Joh. 1,112
Hilf uns, Schweizer ChristInnen, ein tiefes Verständnis für Dein Fremdsein in der Welt und in der Schweiz zu finden; danke, dass Du bis zu uns gekommen bist.

§         Montag, 19.9.: Heb. 11,133
Hilf uns Schweizer ChristInnen, unser Fremdsein in der Schweiz zu empfinden und uns dennoch dafür zu entscheiden, «in» der Schweiz zu sein.

§         Dienstag, 20.9.: 2. Mose 22,204
Hilf uns Schweizer ChristInnen, uns mit unseren ausländischen Mitmenschen zu identifizieren; schenk uns Begegnungen, die unser Vertrauen stärken.

§         Mittwoch, 21.9.: Joh. 13,85
Hilf uns SchweizerInnen, Selbstgerechtigkeit abzulegen, nicht mehr zu glauben, dass wir (Schweizer, Christen usw.) besser und unsere Argumente unfehlbar sind.

§         Donnerstag, 22.9.: Matt. 25,356
Hilf uns SchweizerInnen, unsere Herzen, Häuser und Heimat für die Ausländer zu öffnen, und so Dir und Deinem Namen Ehre zu machen.

§         Freitag, 23.9.: Phil. 3,4-5.7-87
Hilf uns SchweizerInnen, unserer Herkunft wegen nicht überheblich zu sein, und dass wir Dich, Christus, gewinnen.

§         Samstag, 24.9.: Jer. 29,78
Hilf den Ausländern in der Schweiz, für ihr Gastland dankbar zu sein und sich im Gebet und mit konkreten Aktionen für die Schweiz einzusetzen.

 


1. Z. B. Asyl- und Ausländergesetz, Minarettverbot, Ausschaffungsinitiative.

2. Johannes 1,11: «Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.»

3. Hebräer 11,13: «Diese alle [die Glaubenshelden] sind gestorben im Glauben und haben das Verheissene nicht erlangt, sondern es nur von ferne gesehen und gegrüsst und haben bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind.»

4. 2. Mose 22,20: «Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.»

5. Johannes 13,8: Jesus sagt zu Petrus: «Wenn ich [dir die Füsse] nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.»

6. Matthäus 25,35.40: Jesus spricht: «Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen… Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.»

7: Philipper 3,4-5.7-8: «Wenn ein anderer meint, er könne sich auf Fleisch verlassen, so könnte ich es viel mehr, der ich … aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern [bin]… Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. … Um Seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne.»

8. Jeremia 29,7: « Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s auch euch wohl.»

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Besinnung

«’Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.’ … Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst…» (Joh. 8,7.9). Die Pharisäer und Schriftgelehrten realisierten nämlich, dass sie alle gesündigt haben.

Auch wir Gläubigen sind nicht automatisch «die Guten», auch wir sündigen weiter und brauchen Vergebung. Deshalb wäscht Jesus die Füsse der Apostel und weist sie an, dies untereinander immer wieder zu tun (Joh. 13). Die Bibel lehrt uns, dass wir die Sünde hassen, aber die Sünder lieben sollen. Das geht bis hin zur Feindesliebe (Matt. 5,44). Auch der politische Gegner ist zuerst einmal ein von Gott geliebter Mensch. Wir sollen ihn lieben, d. h. als Geschöpf Gottes sehen. Wahrscheinlich sucht auch er das Gute, hat aber im Innersten Angst (wie wir), woraus sich unfruchtbare Haltungen ergeben können.

Politische Betrachtung

Der Umgang mit dem politischen Gegner hat sich in den 1990-er Jahren gewandelt und ist heute vermehrt von Verachtung geprägt. Gegner werden ausgelacht, wie z. B. Bundesrat Deiss bei seinem Rücktritt. SVP-Nationalrat Mörgeli beschimpft seine Gegner in Kolumnen als «Spiesser», «Narren» und «Neider», und die Junge SVP Zürich stellte Bundesräte als Huren, Schwule und Nichtsnutze dar. In Abstimmungskampagnen erscheinen politische Gegner entmenschlicht als Ratten und Raben. Links erfolgen verbale Angriffe auf Reiche (Ospel, etc.), und der Schwarze Block schreckt nicht einmal vor Gewalt zurück, wovon sich nur Teile der Linken klar distanzieren. So etabliert sich eine Kultur der Abwertung der Person und der persönlichen Angriffe. Oft wird im politischen Bereich davon ausgegangen, der Andere meine es «böse» oder sei im besten Fall naiv oder dumm. Nicht nur Ideen und Taten sind «gut» oder «schlecht», sondern gleich die Menschen selber.

Doch vor Gott haben wir kein Recht, Menschen ihre Würde abzusprechen, denn jeder Mensch ist von ihm geschaffen und geliebt. Die Bibel spricht offen von Sünde und Gnade, ohne je die Liebe zu den Menschen in Frage zu stellen. Im Gegenteil: Sie hält uns den Spiegel vor und sagt, dass wir nicht besser sind als die Anderen (Röm. 3,10).

Fragen

§         Wie rede ich über politisch Andersdenkende?

§         Wann habe ich zuletzt für einen politischen Gegner gebetet?

Gebet

§         Dienstag, 13. September: Johannes 8,71 
Hilf uns SchweizerInnen, nicht Sündenböcke zu suchen, sondern auch die Strukturen hinter einem Problem und gute Lösungen für Alle.

§         Mittwoch, 14. September: Matthäus 5,442
Hilf uns SchweizerInnen, in den Anderen nicht eine Gefahr zu sehen, sondern zu glauben, dass Gott für uns sorgt.

§         Donnerstag, 15. September: Römer 5,83
Hilf uns SchweizerInnen, die Menschen nicht in Gute und Böse einzuteilen, sondern unser Misstrauen und unsere Angst vor Andersdenkenden abzulegen und alle als von Gott geliebte Menschen zu sehen.

§         Freitag, 16. September: Timotheus 1,74
Hilf uns SchweizerInnen, der Angst und Verachtung keinen Raum zu bieten, öffne uns die Augen und Ohren und gib, dass die Prediger der Angst und Verachtung kein Gehör mehr finden.

§         Samstag, 17. September: Matthäus 5,21+225
Bewahre uns SchweizerInnen davor, Gewalt als politisches Mittel einzusetzen, auch nicht zur Durchsetzung des Guten. Sende Deinen Geist in die Herzen und schütze die Schweiz.

 


1. Johannes 8,7: «Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.»

2. Matthäus 5,44: «Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.»

3. Römer 5,8: «Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.»

4. 2. Timotheus 1,7: «Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.»

5. Matthäus 5,21+22: «Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig.»

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«Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.
Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.» 

Psalm 127,1

Für eine Schweiz der Nächstenliebe – 40 Tage Wahlgebet

ChristNet lanciert vor den Eidgenössischen Wahlen (23.10.11) 40 Tage «Beten+Wählen». Nur der Heilige Geist kann die Herzen der SchweizerInnen dazu bewegen, die Barmherzigkeit über die eigenen Ängste zu setzen und die entsprechenden Kandidaten zu wählen. Hast Du Lust auf eine Schweiz der Nächstenliebe? Dann mach mit in der Gebetsbewegung vor den Wahlen!

Emotionen statt Sachpolitik

Die PR-Agenturen wissen es, und sie kreieren die Abstimmungs- und Wahlkampagnen dementsprechend: Emotionen sind der entscheidende Faktor an der Urne. Bereits vorhandene Emotionen und Ängste werden ausgenutzt und möglichst verstärkt. Auch im Blick auf diesen Wahlherbst sind genügend Emotionen vorhanden, die ausgenutzt werden können. Die Hauptsorgen der SchweizerInnen sind «die Ausländer», die Atomkraft und die Wohlstandsbewahrung.

Seit den 90-er Jahren steigt das vom Institut GfS ermittelte schweizerische Angstbarometer an, und das vom Institut Demoscope erarbeitete psychologische Klima der Schweiz zeigt seit 10 Jahren eine klare Tendenz hin zu mehr Misstrauen, Abgrenzung und Suche nach Halt in Traditionen und der nationalen Gemeinschaft.

Angst und Geld

Die Angst hat dazu geführt, dass das politische Klima giftiger geworden ist und Andersdenkende als Gefahr für die Allgemeinheit angesehen werden. Gleichzeitig ist Mammon in der Schweiz mächtig: Pro Kopf wird bei uns weit mehr Geld für Wahlen und Abstimmungen ausgegeben als beispielsweise in den USA. Die Wahl- und Abstimmungspropaganda hat nachweislich grosse Wirkung: Wir Menschen hören tendenziell die Argumente, die am lautesten geschrieen werden und glauben denjenigen, die unser Weltbild bestätigen und einfache Lösungen anbieten. Nur ein einfaches Weltbild garantiert auch, dass einfache Lösungen in scheinbarer Griffnähe liegen.

Darum haben wir bei ChristNet manchmal das Gefühl, alles Aufklären und Argumentieren zur Bedeutung der Nächstenliebe für unser Land nütze nicht viel. Tatsächlich: Wenn Gott die Herzen nicht öffnet, kann das Argument der Nächstenliebe sogar bei den Christen auf unfruchtbaren Boden fallen. Bitten wir darum, dass Gott durch den Heiligen Geist die Herzen verändert und uns Schweizer (ChristInnen) aus den Klauen der Angst befreit.

Beten um Nächstenliebe

ChristNet ist aus dem Gebet heraus entstanden und wurde von Beginn an durch regionale Gebetsgruppen getragen. Die eidgenössischen Wahlen sind ein wichtiger Moment, damit eine eigentliche Gebetsbewegung entstehen kann. Die Geschicke der Schweiz werden stark durch das nationale Parlament und die nationale Regierung geprägt. Beten wir dafür, dass die Menschen Kandidaten wählen, die sich für das Wohl der Schwächsten einsetzen, ohne Angst um das eigene Wohl, ohne Angst vor «den Bösen» und ohne nationale Selbstgerechtigkeit.

Mit dem 40-Tagen-Wahlgebet bietet ChristNet vom 13. September bis zum 23. Oktober jede Woche ein Gebetsblatt mit einer biblischen Besinnung, einer politischen Betrachtung und Gebetsanliegen für jeden Tag an. Einzelne Themen werden auch mit vertiefenden Artikeln auf www.christnet.ch verknüpft.

Geplant sind folgende Wochenthemen:

1.         Umgang mit dem politischen Gegner

2.         Nationalismus und Ausländer

3.         Geld in der Schweiz

4.         Angst in der Schweiz

5.         Solidarität, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit

6.         Christliche Werte

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Mit Blick auf die Eidgenössischen Wahlen vom 23. Oktober 2011 lanciert ChristNet ein 40-Tage-Gebet. So wollen wir die Schweizer Christinnen und Christen zum Gebet ermutigen, damit die Kandidaten und die Kampagne vermehrt von Nächstenliebe geprägt werden.

Gebetsanliegen via ChristNet-Newsmail (Einschreiben) oder auf Facebook folgen: www.facebook.com/christnet.ch.

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1) L’Etat et les impôts dans la bible

En raison de l’état de la technologie (transport, communication, etc.), la situation des temps bibliques n’est guère comparable à celle d’aujourd’hui. Une organisation collective n’était pas possible comme à notre époque. Néanmoins, on trouve des législations sur la péréquation depuis Moïse, et plus encore depuis les rois. Jésus affirme que l’État est une réalité nécessaire („Donne à César…“), mais ne donne aucune réponse directe quant à la quantité et à la forme de l’État. Méfiez-vous toutefois de la croyance erronée selon laquelle l’État n’est bon que lorsqu’il est dirigé par des chrétiens, ou même qu’un gouvernement chrétien fait toujours ce que Dieu veut qu’il fasse….

Responsabilité individuelle et collective

En plus de mettre l’accent sur la responsabilité individuelle, l’Ancien Testament reconnaît également que diverses tâches doivent être résolues collectivement. Cela concerne, par exemple, la législation, l’organisation des tâches communes (organisation religieuse, mais aussi construction de routes, sécurité, etc.

Partage

D’une part, nous voyons dans la Bible l’appel à partager, à faire l’aumône, à être miséricordieux, en solidarité avec les défavorisés. Le thème de la solidarité occupe une place étonnamment large dans la Bible. Le concept de pauvreté est au cœur de cette démarche. Ce terme est utilisé en relation avec la pauvreté et l’oppression matérielles („misérable“, „humble“, etc.), mais aussi pour les pauvres spirituels, c’est-à-dire les humbles. Je ne m’intéresse ici qu’aux deux premières utilisations.

Les pauvres

Comment les pauvres sont-ils considérés dans la Bible ? Quelle culpabilité ont-ils pour leur situation ? Les passages où la pauvreté est associée à l’auto-infliction sont rares. On les trouve uniquement dans le livre des Proverbes et dans la déclaration du Nouveau Testament selon laquelle celui qui ne travaille pas ne mangera pas. Sinon, la pauvreté est décrite comme un mal social, souvent en rapport avec la privation et l’oppression sociales. Bien sûr, on ne peut donc pas dire que les pauvres d’aujourd’hui ne sont généralement pas responsables de leur situation, mais je vois certains parallèles.

L’Ancien comme le Nouveau Testament sont donc pleins d’appels à protéger les pauvres (physiquement et légalement) et à partager avec eux. À titre d’exemple, nous lisons dans le Deut. 15. 7-11, nous devons „ouvrir généreusement notre main aux pauvres“. Et même dans le proverbe 21.13, „Celui qui ferme ses oreilles à l’appel au secours des humbles criera une fois et ne recevra pas de réponse“. Jésus explique aussi aux disciples ce qui sera jugé : „J’ai eu faim, et vous m’avez donné à manger“. (Mat. 25)

Redistribution légale

L’aumône est généralement considérée comme bonne dans la Bible. Mais il y avait aussi une redistribution légale dans l’Ancien Testament :

– Les dîmes étaient utilisées non seulement pour payer les lévites, mais aussi pour soulager la pauvreté.

– Tous les 3 ans, 10% de la récolte va aux pauvres.

– Les glanages après la récolte étaient réservés aux pauvres (Dt 19,10).

– Tous les 7 ans, un champ était laissé en friche. Les fruits appartenaient aux pauvres (Ex 23, 11).

– Tous les 7 ans, les dettes étaient annulées („afin qu’il n’y ait pas de pauvre parmi vous“, Dt. 14:4).

– Les membres de son propre peuple ne devaient pas payer d’intérêts.

– Tous les 50 ans (l’année dite du jubilé, Deutéronome 25:8-31), les terres qui devaient être vendues dans la détresse étaient rendues à leurs propriétaires d’origine afin de prévenir l’injustice structurelle et de permettre à tous de vivre, car la privation de terre représentait le premier pas vers l’appauvrissement.

Il y a des chrétiens qui disent que la redistribution légale est un vol. Cependant, comme on peut le voir, ce n’est pas le cas dans la Bible.

Dans le Nouveau Testament, le message central est l’amour du prochain, qui peut se traduire concrètement par la solidarité. Nous trouvons des indications pratiques de ce que peut signifier la solidarité dans le domaine du partage, du traitement des défavorisés, dans le Sermon sur la Montagne (Mat. 5), dans la parabole du Bon Samaritain (Lc. 10:25-37) ou encore dans la parabole du Jugement dernier (Mat. 25). On voit alors que, là aussi, l’accent est mis sur l’exigence de solidarité et de miséricorde, et pas tellement sur l’idée de ne pas trop partager, car sinon on risque d’encourager la dépendance et la paresse.

2) La dureté de cœur déguisée en christianisme

Une chose est claire : à la lumière de ce qui a été dit, il ne semble pas possible de soutenir les théories du conservatisme compassionnel et du Welfare Gospel, qui nient le partage et la solidarité au nom de la foi. Sur quoi portent ces théories ?

Évangile de la prospérité

L’évangile de la prospérité dit qu’un bon chrétien est automatiquement béni matériellement. Le partage n’est donc plus nécessaire, car le prochain n’aura qu’à devenir chrétien, tout sera bon et il sera prospère. Nous voyons maintenant en réalité que dans le monde, beaucoup de bons chrétiens sont pauvres. Faut-il donc les condamner tous ? Pourquoi alors les premiers chrétiens ont-ils tout partagé ? Et devrions-nous laisser ceux qui ne sont pas encore chrétiens dans leur pauvreté ?

A y regarder de plus près, l’évangile de la prospérité ignore tout ce que dit la Bible sur le partage, l’aumône, la protection des faibles, etc. Bien sûr, Dieu nous bénit et nous promet la prospérité, mais jamais de façon absolue et jamais au point que nous soyons alors dispensés de partager. Ne serait-ce que parce que ce n’est pas nous qui avons créé notre richesse, mais Dieu. Parmi les chrétiens d’Amérique et d’Europe occidentale, il y a aussi une très forte influence calviniste et une éthique de travail calviniste qui consiste à essayer de „prouver“ son élection divine par la réussite économique.

Conservateur avec compassion ?

Depuis le milieu des années 1990 aux États-Unis, la réticence à partager et la phobie de l’État se sont développées pour devenir la confortable théorie du conservatisme compassionnel. Au motif que l’État-providence paralyse la responsabilité personnelle des gens, les misérables se voient refuser pratiquement toute aide : pratiquement aucune aide pour les personnes qui ne peuvent pas travailler, aucun allégement fiscal et aucun accès aux mesures de promotion du travail (par exemple, l’éducation et les crèches). Et ce, malgré un taux de chômage de 10 % (selon les critères européens) et une égalité des chances quasi inexistante. La dureté de cœur et le désintérêt pour la situation de vie des personnes concernées sont même appelés ici compassion. Est-ce cela que la Bible appelle l’endurcissement des cœurs à la fin des temps ?

3) Politique fiscale biblique ?

Une politique fiscale biblique fondée sur la justice et la solidarité pourrait être guidée par les lignes directrices suivantes :

Tâches communes

Il existe un certain nombre de tâches qu’il est préférable d’organiser ensemble :

– Des dispositions qui garantissent la justice : Accès aux besoins de base, à l’éducation, à la santé, etc.

– Tâches que le marché ne peut pas se charger lui-même, parce que les coûts d’investissement seraient trop élevés ou que le groupe cible n’a pas un pouvoir d’achat suffisant ou ne le souhaite pas (protection de l’environnement, etc.). Il est nécessaire de trouver un mélange judicieux entre l’État et le marché. Les idéologues qui veulent tout laisser au marché croient souvent à la bienfaits de l’homo oeconomicus égoïste et de la „main invisible“ d’Adam Smith. S’il est vrai que les humains agissent souvent de manière égoïste, il est dangereux de croire que cet égoïsme mène au bien….

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Nous voyons dans la Bible, en plus de l’appel à la charité privée, une solidarité imposée par l’État. D’une part, par la redistribution (dîmes), mais aussi en réservant certains produits aux pauvres. En outre, des réglementations légales telles que l’année Hall, l’interdiction des intérêts, etc. ont permis de s’assurer qu’il n’y avait pas une trop grande différence entre les riches et les pauvres.

4) Mise en œuvre aujourd’hui ?

Comment ces lignes directrices peuvent-elles être mises en œuvre politiquement aujourd’hui ?

1. garantir l’égalité des chances : éducation, etc.

2. lutter contre le fossé entre riches et pauvres : Introduire des droits de succession élevés et redistribuer les revenus. Ce dernier n’est nécessaire que dans une mesure limitée si l’égalité des chances est améliorée et si les droits de succession sont élevés. D’autre part, les disparités de revenus étaient beaucoup moins importantes à l’époque biblique qu’elles ne le sont aujourd’hui ! Libre accès à divers biens.

3. la solidarité : assurance ; soutien supplémentaire si nécessaire ; principe de l’arrosoir NON.

4. les impôts progressifs : chacun devrait payer autant d’impôts qu’il le peut. Le système fiscal à l’époque biblique était linéaire (dîme), mais les possibilités techniques de systèmes différenciés n’existaient pas à cette époque. La référence à Luc 21 et à Marc 12 est également importante, car la mite de la veuve compte plus que les grands dons des riches qui ne donnent que de leur abondance.

Salaire au rendement ou salaire du marché ?

Il faut dire ici qu’avec des revenus qui ne dépendent que de la valeur marchande, on ne peut plus dire qu’ils correspondent à un service rendu. Marcel Ospel ne se produit pas 500 fois plus qu’un caissier de la Migros ! Si M. Ospel doit remettre dix de ses 20 millions au grand public, sa performance sera tout de même récompensée comme il se doit et il pourra vivre du reste de façon tout à fait admirable. Ici aussi, nous avons besoin d’une nouvelle façon de voir les choses : la question n’est pas de savoir quelle part de nos salaires nous devons remettre, mais combien il nous reste. Et lorsque nous nous plaignons du temps que nous devons passer à travailler pour la communauté, la question éthique se pose : est-il si mauvais de travailler pour la communauté et pas seulement pour soi-même ?

Le mythe selon lequel le travail ne vaut plus la peine est en tout cas mathématiquement intenable. Si nous ne travaillons que parce que nous gagnons beaucoup plus, alors la question se pose de savoir quelle est notre éthique du travail… Un impôt forfaitaire, c’est-à-dire une imposition linéaire comme dans la Bible, ne peut plus se justifier dans l’environnement actuel avec ses possibilités techniques et ses différences de revenus.

De combien l’État a-t-il besoin ?

Sur la question de savoir de combien de recettes fiscales l’État a maintenant besoin, la Bible nous donne peu d’indices. Il est vrai que les impôts étaient relativement faibles à l’époque de l’Ancien Testament. Mais cela reflète le faible niveau de complexité d’une société rurale et le peu d’investissements nécessaires dans les infrastructures.

Je pense que le gouvernement devrait recevoir autant d’argent qu’il est nécessaire pour remplir ses postulats, mais pas trop, de peur que le taux d’intérêt public ne devienne trop élevé et ne prive le marché des moyens d’innover et d’accroître l’efficacité. Peut-être Proverbes 29:4 y fait-il allusion lorsqu’il dit : „Un roi de par la loi donne la permanence au pays, mais celui qui ne fait que prélever des impôts le détruit.


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Vortrag von Hanspeter Nüesch an der ChristNetKonferenz 2007 «Die Schweiz – Bekannt für ihre Barmherzigkeit?»

Ich lebe in einem Dorf mit 100 Einwohnern. Über 70 davon sind arm. Etwa 30 von uns geht es mit verschiedenen Abstufungen gut. Die sieben Reichsten geben zwei Drittel des zur Verfügung stehenden Geldes aus. Sie verbrauchen die Hälfte der zur Verfügung stehenden  Energieressourcen. Sie nehmen die Hilfe des Dorfarztes an gut 330 Tagen in Anspruch, sodass der Arzt für die restlichen 93 Einwohner nur noch 30 Tage zur Verfügung hat. Und in Zukunft werden die sieben Reichsten noch reicher und die 93 Ärmsten noch ärmer.

„Mein Dorf“ ist die Welt. Die meisten, wenn nicht alle Anwesenden hier gehören zu den 7% Reichsten. Und die Diskrepanz zwischen uns reichen Schweizern und dem Gros der Weltbevölkerung nimmt von Jahr zu Jahr zu. Ein Pastor in der Schweiz verdient durchschnittlich pro Monat mindestens 4’500 Franken; ein Pastor in Russland etwa 450 Franken, das ist ein Zehntel; ein Pastor in China etwa 150 Franken, das ist ein Dreissigstel; ein Pastor in Kuba etwa 45 Franken; das ist ein Hunderstel von dem, was ein Schweizer Pastor verdient. Das sind realistische Zahlen, weil wir in den vergangenen Jahren mit mehreren hundert Pastoren in diesen Ländern zusammengearbeitet haben.

Wenn das beschriebene Dorf Ihr Dorf wäre, dann würden Sie doch etwas gegen diese Reichtumsdisparität tun, nicht wahr? Aber weil es die Menschen in Ruanda oder im fernen Kuba betrifft, kümmert es uns weniger. Das muss sich ändern.

Kein Thema ausser der Warnung vor dem Götzendienst hat im Alten Testament einen prominenteren Platz und wird häufiger behandelt als die Not der Armut und Gottes Einstellung zur Ungerechtigkeit. Einer von sieben Versen im Lukasevangelium handelt vom richtigen, verantwortungsvollen Umgang mit den uns anvertrauten Gütern. In den Seligpreisungen findet eine Umkehrung der vorherrschenden Werte statt (Matthäus 5, 3-12): Die Reichen aller Art, die Selbstgerechten, Selbstzufriedenen, Durchsetzungsfähigen, Coolen sehen plötzlich in Gottes Augen nicht mehr so cool aus. Jesus lobt im Gegenzug Personengruppen selig, die auf unserem Schweizer Arbeitsmarkt kaum eine Stelle fänden; nämlich diejenigen, die sich arm, schwach und von Gott abhängig empfinden; die Zurückhaltenden, die Bescheidenen, die Sanften, die anderen den Vortritt lassen und die lieber die andere Wange hinhalten, als zurückzuschlagen. Jesus setzt noch eins drauf, indem er klar macht, dass er es ist, der uns in den Schwachen und Entrechteten begegnet. „Was ihr einem meiner Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“, oder eben nicht getan (Matthäus 25, 40.43).

Jesus hat das doppelte Liebesgebot, Gott von ganzem Herzen zu lieben und den Nächsten wie sich selbst, als höchstes Gebot für seine Nachfolger bezeichnet: (Matthäus 22, 37-40). Man kann nicht Gott lieben ohne unsere Mitmenschen zu lieben. Und man kann nicht unsere Mitmenschen lieben, ohne die Liebe praktisch zu zeigen. Paulus betont, dass Gottes Liebe in unsere Herzen gegossen ist durch den Heiligen Geist (vgl. Römer 5,5). Geisterfüllte Christen zeigen ihre Liebe, indem sie den Menschen ganzheitlich helfen. Dazu gehört, dass sie diese zu Jesus führen; das ist die wichtigste Liebestat. Aber es ist nicht die einzige. Gottes Liebe muss auch Hände und Füsse bekommen. Wenn die Bedürftigen praktische Liebe durch uns erfahren, dann lernen sie Gott und seine Liebe kennen. Unsere Taten predigen lauter als unsere Worte; aber sie müssen durch erklärende Worte begleitet werden, damit die Menschen die Quelle der Liebe erfahren und sich direkt an diese göttliche Quelle wenden können.

Die erste Frucht der Gegenwart des Heiligen Geistes ist Liebe (Galater 5,22). Was haben die ersten Christen gemacht, nachdem sie an Pfingsten vom Heiligen Geist erfüllt und transformiert wurden? Sie haben alles miteinander geteilt. Die Reicheren verkauften ihre Besitztümer, um mit dem Ertrag den Ärmeren unter ihnen zu helfen (Apostelgeschichte 2,44f). Jim Wallis betont in „Wer, wenn nicht wir“, dass unsere spirituelle Armut direkt mit unserer mangelnden Bereitschaft zu teilen zu tun hat, und dass der Einsatz für die Armen und für soziale Gerechtigkeit der Schlüssel zur Überwindung unserer spirituellen Armut ist. Jim Wallis: „Es geht nicht darum, dass ein paar Leute etwas für andere tun; sondern auch darum, dass wir alle geheilt werden.“

Umfassende Heilung, so hat Jesus seinen Auftrag in Lukas 4,18 beschrieben: „Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu bringen, den Gefangenen Befreiung zu verkündigen und den Blinden das Augenlicht, die Zerschlagenen zu heilen und ein Gnadenjahr des Herrn zu verkündigen.“ Und Jesus hat uns, seinen Jüngern, denselben Auftrag gegeben: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Johannes 20,21). Natürlich mit dem wesentlichen Unterschied, dass nur er für unsere Sünden mit seinem Tod bezahlen konnte. Nur Jesus konnte Lazarus neues Leben schenken. Wir haben jedoch den Auftrag, Lazarus von den Tüchern zu befreien. Diesen Auftrag nimmt uns Jesus nicht ab.

Wir haben uns zu fragen: Wo sind diejenigen, die in mannigfaltigen Tüchern gefangen sind und deshalb die Freiheit, die Christus allen Menschen verheissen hat, nicht erleben? Vielleicht ist es materielle Armut, vielleicht sind es ungerechte Strukturen, vielleicht Formen der Unterdrückung, vielleicht Missbrauch durch die Mächtigen, vielleicht Katastrophen. Wer weiss, gehören wir vielleicht auch einmal zu diesen Armen und mannigfaltig Gefangenen und Unterdrückten, die auf die Hilfe der Geschwister angewiesen sind?

Und die Schweiz

Die Schweiz ist reich, sehr reich; zumindest materiell. Sie hat den Auftrag, ihren Reichtum mit der Welt zu teilen. Sie hat es mindestens so nötig zu geben, wie die Ärmeren es nötig haben zu empfangen. Der Gebende wird selber gesegnet. Unsere geistliche Armut hat auch damit zu tun, dass wir unsere Gaben immer noch grösstenteils für uns behalten. Was für ein Segen könnten wir für die Welt sein, wenn wir die uns anvertrauten Talente grosszügig zur Linderung der weltweiten Not einsetzen würden (vgl. Matthäus 25)! Ein Schweizer Franken ist im Ausland das x-fache wert. Ich stimme mit Scott MacLeod („Der Löwe des Lichts“) überein, dass Gott uns Schweizern die Gabe der Barmherzigkeitsdienste gegeben hat. Nur setzen wir diese Gabe noch viel zu wenig ein. Bei Campus für Christus haben wir wiederholt die Erfahrung gemacht, dass wenn wir in materiellen Engpässen die Gaben an die Bedürftigen in Kuba, Nordkorea, Russland, Ruanda… nicht reduziert haben, Gott uns selber wieder aus der Misere herausgeholfen hat. Wir empfanden, oft mehr erhalten zu haben, als dass wir gegeben haben; nicht primär materielle, sondern geistliche Güter. Wenn wir den Armen geben, geben wir Gott. Und: „We can never outgive God.“ Er gibt uns auf irgendwelche Weise immer mehr zurück, als dass wir den Armen und damit ihm geben. Wir sind wirklich sehr dumm, wenn wir nicht beginnen, grosszügig zu geben, falls wir das bisher noch nicht getan haben.

„Gebt, dann wird euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuften, überfliessenden Mass wird man euch beschenken; denn nach dem Mass, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.“ Lukas 6,38

Vor 25 Jahren sahen Geschwister im Geiste, wie von der Schweiz aus geistliche Ströme in alle vier Windrichtungen in die Welt hinaus flossen. Diese Glaubensvision hat meine Tätigkeit als Missionsleiter wesentlich geprägt. Mehr als je zuvor ist es meine Überzeugung, dass unser Land in den kommenden Jahren Wesentliches zur Erfüllung des Missionsauftrages Jesu Christi in aller Welt leisten kann, wir Schweizer müssen jedoch in Zukunft unseren Reichtum viel grosszügiger als bisher mit den Bedürftigen der Welt teilen. Ich vermute, dass dann eine geistliche Erneuerung in unserem Land nicht mehr fern ist.

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Deutschland hat entschieden, eine CD mit Daten von deutschen Steuerfluchtgeldern auf Schweizer Konten zu kaufen. Schweizer Politiker kritisieren dieses Vorgehen als Betrug und Hehlerei, und sprechen gar von einer «Kriegserklärung».

Balken im eigenen Auge

Es ist erschütternd, wie stur die Schweiz den Balken im eigenen Auge nicht sehen will. Fakt ist, dass 2000 Milliarden Franken Steuerfluchtgeld aus dem Ausland in der Schweiz liegen. Es handelt sich um die grösste Hehlerei der Menschengeschichte. Um dies zu ermöglichen, hat die Schweiz 1934 das Bankgeheimnis, sowie die künstliche Unterscheidung zwischen Steuerbetrug (bei Urkundenfälschung) und Steuerhinterziehung (einfaches «Vergessen», ein Einkommen zu deklarieren) geschaffen.

Dabei scheint es biblisch betrachtet klar zu sein: Auch das Unterzeichnen einer unwahren Erklärung, alle Einkommen angegeben zu haben, ist Betrug. Betrug an den Mitbürgern, die die Steuern korrekt zahlen und deren Steuern wegen den durch Steuerhinterziehung entgangenen Geldern steigen. Doch die Schweizer Gerichte, wie letzthin das Schweizer Bundesverwaltungsgericht, decken diesen Betrug.

Und um das System völlig wasserdicht zu machen, hat das Parlament vor einiger Zeit auch im Amtshilfegesetz einen speziellen Passus eingefügt, wonach die Schweiz bei Steuerflucht keine Amtshilfe ans Ausland leistet.

Im Ausland

Wie wird dies im Ausland wahrgenommen? Die Schweiz wird immer mehr als Hort des Betrugs und der Gier wahrgenommen. Denn auch im Bereich Geldwäscherei und Holocaustgelder mussten die Schweizer Behörden vom Ausland gezwungen werden, bis sie reagierten und reinen Tisch machten. Seither haben sie nichts daraus gelernt und pflegen heute wieder eine Hinhaltetaktik. Die Zinsbesteuerung und die Amtshilfe in Einzelfällen, die zugesagt wurden, machen nur einen Bruchteil der dem Ausland entgangenen Steuergelder aus.

In der Schweiz

Im Moment diskutiert die ganze Schweiz darüber, ob es moralisch richtig, juristisch korrekt und verständlich sei, dass die Deutschen (wie vor kurzem die Franzosen) nun mit ungesetzlichen Mitteln gegen diesen Grossbetrug vorgehen. Diese Diskussion scheint aber zweitrangig angesichts der Tatsache, dass sich die Schweiz während Jahrzehnten nicht dazu durchringen konnte, reinen Tisch zu machen. Wegen dem Druck von Aussen verteidigen sich die Schweizer nun in einem nationalistischen Reflex der Imagepflege, anstatt echte Einsicht zu zeigen. Politiker, die diesen Betrug nicht länger mitmachen wollen, werden bereits Verräter genannt.

Gerade für uns Christen ist es nun höchste Zeit, reinen Tisch zu machen, sprich: unsere Herzenshaltung zu verändern. Schon 2001 hat Scott MacLeod in seiner visionären Schrift, Der Löwe des Lichts die Schweizer Christen aufgerufen, dass wir uns von Mammon (der Liebe zum Geld) lossagen und uns Gott (der Liebe zu den Menschen) zuwenden sollen. Dies ist schmerzhaft, aber nur mit Reue und Wahrheit werden wir vor Gott bestehen können!

Angst, Rechtfertigung, Umkehr

Wir haben jahrzehntelang von diesem gestohlenen Gut profitiert, deshalb haben wir heute Angst, es loszulassen und produzieren Rechtfertigungsideologien, warum wir so weitermachen sollten. Doch Gott sagt in Habakuk 2,6: «Weh dem, der sein Gut mehrt mit fremdem Gut – wie lange wird’s währen? – Und häuft viele Pfänder bei sich auf.» Und Micha 6,9-11: «Höret ihr Stämme und ihr Ratsleute! Noch immer bleibt unrecht Gut in des gottlosen Haus und das verfluchte falsche Mass. Oder sollte ich unrechte Waage und falsche Gewichte im Beutel billigen?»

Hierzu müssen wir gar nicht unbedingt das Bankgeheimnis aufheben, sondern vor Allem die künstliche Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug. Zudem muss die Aufbewahrungspflicht verlängert und die Amtshilfe für ärmere Länder vereinfacht werden. Andererseits sei die Frage gewagt: Ist es gerechtfertigt, dass Mammon eine Privatsphäre hat oder wäre es nicht besser, wenn er ans Licht käme?

Christ Net hat sich seit 2005 mit dem Bankgeheimnis befasst. Die im Dossier Mammon in der Schweiz zusammengefassten Texte sind immer noch hoch aktuell. Denn im Geist ist die Schweiz immer noch Mammon untertan und darum von Blindheit geschlagen. Möge der Herr uns die Augen öffnen, uns die Angst vor dem Verlust unseres Wohlstandes nehmen und unsere Herzen verändern!